11. Reisetag

Montag, 30. Juli 2012

Grodås-Valldal

Kaum zu glauben, der Himmel war fast wolkenlos, als ich um 06.30 Uhr einen ersten Blick durchs Fenster warf. Dies motivierte mich, zügig aufzustehen und bald das Frühstück essen zu gehen, denn in Norwegen kann es schon zwei Stunden später ganz anderes Wetter sein. Und halbwegs war das auch so. Die erste gute Tat war das Wegputzen eines grossen Möven-Shits auf der Frontscheibe und der Beifahrertüre. Mensch war das gruusig. Eine halbe Rolle Haushaltpapier und ein Deziliter Ajax gingen drauf, bis das Zeug weg war.

Der Blick aus dem Hotelzimmer in Grodås liess einen sonnigen Tag erwarten:

Dann startete ich die Reise. Mittlerweile war der Himmel wieder bedeckt, ich hatte es doch geahnt. In Stryn wurde noch der Tank für die Fahrt in die Wildnis nachgefüllt. Bereits auf den ersten 30 km ostwärts deute sich an, dass sich die Bewölkung wieder auflockern wird. Tatsächlich war das so. Als dann die Strasse in Richtung Fjell zu steigen begann, drangen erste Sonnenstrahlen ins Tal.

Statt auf direktem Weg in Richtung Dalsnibba – Geiranger zu fahren, wählte ich die alte Strecke über das Fjell und mit Umweg über Grotli, denn die neue Strecke besteht nur aus langen Tunnels. Die Fahrt übers Fjell war wunderbar, die Strasse grösstenteils nicht asphaltiert. In Grotli selber gibt es nur ein Hotel, das prächtig in einer einsamen Fjelllandschaft liegt. Zu meinem Erstaunen stand ein deutsches Kriegsflugzeugwrack auf dem Parkplatz, das man in der Nähe geborgen hat und nun ausstellt.

Die weitere Fahrt entlang des Hochgebirgssees Breidalsvatn auf rund 900 m war von einer unbeschreiblichen Schönheit geprägt. Das Wetter war zwischenzeitlich lokal hervorragend, aber es rückten dunkle Wolken an.

Auf dem Scheitelpunkt, bevor es dann steil hinunter nach Geiranger an den gleichnamigen Fjord geht, hat man die Möglichkeit, auf den Aussichtsberg Dalsnibba zu fahren. Da fast jeder dort hinauf fährt, lohnt es sich, unten einen Pförtner hinzustellen, der jedem Auto 100 Kronen abverlangt. Aber die Aussicht oben ist gewaltig.

Nachher ging die Fahrt von 1476 m auf Meereshöhe weiter. Anfänglich recht zügig, dann blockierte ein Car aus Litauen mit Schleichfahrt die Strasse, ohne jemals die Möglichkeit zum Überholen zu geben. Zwar hielt ich bei jedem Aussichtspunkt ausreichend lang an, aber jedes Mal holte ich den Car nach wenigen Metern wieder ein.

In Geiranger endlich angekommen, machte ich eine Wanderung um die Bucht, da zwei grosse Schiffe im Fjord standen und die Hurtigrute bald kommen sollte. Zwischenzeitlich war das schlechtere Wetter angekommen, doch nach und nach wurde es wieder sonnig. Als ich dann von Geiranger wegfuhr, war es richtig heiss und sonnig. Bei der Wegfahrt wurde gerade ein Car aus Zürich beladen, die Einsteigenden bemerkten den Zürcher PW und riefen mir gute Fahrt zu.

Die einzige Strasse von Geiranger weg führt über den Ørneveien (Adlerstrasse), der sich in vielen Kehren den Berg hinauf windet. Adler habe ich keinen gesehen, dafür viele Touristen, die die Aussicht über den Geirangerfjord an den extra dafür gebauten Haltepunkten genossen.

Auf dem Weg zum nächsten Fjord, der mit einer kurzen Fährenfahrt zu überqueren war, türmten sich immer grössere Wolkentürme auf. Ich nahm die Fahrt über den Trollstigen, auch eine „Muss-Strecke“, auf, landete dann bei einem sehenswerten Wasserfall und dann im Regen. Da der Trollstigen bei Regen nicht so toll ist, verschiebe ich die Fahrt auf morgen oder später einmal, in der Hoffnung, dass es bis dann nicht mehr regnet. Also kehrte ich um, fuhr das angefangene Tal wieder abwärts und fand in Valldal am Fjord ein Hotelzimmer. In diesem Hotel war ich am 14.8.2002 schon einmal. Der Zimmerpreis hat sich von damals NOK 600 auf heute NOK 950 erhöht (vielleicht war der 14.8. damals schon nicht mehr Höchstsaison).

Etwa 10 km das Meiardal von Valldal aus aufwärts befindet sich das Gudbrandsjuvet, eine Schlucht mit Wasserfällen:

Der Reiseverlauf des heutigen Reisetags: