Rückblick zum Ferienende

Das Ferienende ist da, es ist Zeit für einen Rückblick.

Ich gehe mit einer inneren Befriedigung in den Alltag zurück, weil ich wirklich ganz tolle Ferien hatte. Es waren Ferien, die mir im Vorfeld viel bedeuteten, und es werden die Ferien sein, an die ich mich noch über Jahrzehnte bestens erinnern werde. Viel Neues habe ich gesehen, aber auch Bekanntes, das ich noch in guter Erinnerung habe, durfte ich wiedersehen und mich erneut darüber freuen.

Es wird mir schwerfallen, mich in der dicht bevölkerten Schweiz wieder wohl zu fühlen, denn die Weite und Leere Skandinaviens fasziniert und beruhigt mich.

Was war das schönste Erlebnis dieser Reise? Schwer zu sagen, es waren viele. Spontan würde ich die Fahrt übers Aurlandsfjell und die Fähre Lødingen-Bognes nennen, aber es fallen mir laufend weitere ein.

Das wüstete Erlebnis? Klar, das war die Autobahnfahrt in Deutschalnd. 800 km Chaos, häufig Stau, rücksichtslose Fahrweise der Deutschen, rechts überholen, Spurwechsel ohne Zeichengebung, überall viele Autos und Menschen.

Viereinhalb Wochen war eine lange Zeit, doch ab der Mitte der Ferien rasten die Tage nur so durch. Da ich mit dem Auto ab Zürich gefahren bin, gingen mehrere Tage weg für die An- und Rückfahrt nach Norwegen, so dass mir rund 3 ½ Wochen in Norwegen selber blieben. Angesichts des Aufwands der langen Anfahrt wären kürzere Ferien unklug gewesen. Aber jedes Jahr lässt sich eine so lange Reise nicht wiederholen, es waren ausnehmend lange Ferien. Bei einer nächsten Reise werde ich mit dem Flugzeug anresen, einen Mietwagen nehmen und weiter oben, d.h. in Bodø oder Tromsø starten, weil ich den nördlichsten Teil von Norwegen noch kaum besucht habe.

An ein bestimmtes Ziel zu reisen in Norwegen ist durchaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Herumzureisen jedoch kaum, weil die Fahrpläne dies nicht zulassen. Daher war es der richtige Entscheid, mit dem Auto herumzufahren, weil ich damit die volle Freiheit und Unabhängigkeit hatte.

Ich hätte in meinem Auto übernachten können, habe aber jedes Mal ein Hotelzimmer genommen. In früheren Jahren erlebte ich tatsächlich mehrmals, dass kaum ein Hotel zu finden war. Einmal musste ich mit dem Nachtzug von Oslo nach Bergen fahren und im Zug schlafen, weil in ganz Oslo und Umgebung wegen einer Bootsmesse kein Hotelbett mehr frei war. Das Auto gab mir nun die Möglichkeit, unter Umständen 100 km weiter zu reisen, so dass immer ein Zimmer gefunden werden konnte. Mit dem Smartphone hatte ich überdies fast immer einen Zugang zum Internet, wo mittlerweile unzählige Hotelportale abgerufen werden können. Ich meine, in Zukunft brauche ich in Norwegen kein bewohnbares Auto. In einem Hotelzimmer hat man eben schon viel mehr Komfort und vor allem eine funktionierende Infrastruktur mit Stromanschluss und WLAN.

Es war bewusst eine Herumfahr-Reise, weil ich zwischen der Südküste und nördlich von Narvik eine ganze Reihe von Reisezielen hatte, die ich auf meinem Wunschzettel führte. Dazu gehörte auf der Anreise auch das Legoland in Dänemark. Dank Reservetagen konnte ich schönes Wetter abwarten und gewisse Reiseziele so besuchen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die permanente Reiserei bedeutete aber auch, 30 Mal in einem anderen Bett zu schlafen und nirgends sesshaft zu sein. Auf einer nächsten Reise werde ich daher sicher einmal mindestens eine Woche stationär bleiben und von diesem Ort aus Ausflüge machen. Die diversen Rorbu-Ferien auf den Lofoten in den letzten Jahren waren auf jeden Fall immer eine Bereicherung.

Norwegen war dieses Jahr weniger von Touristen überlaufen als in früheren Jahren. Die extrem hohen Preise und die Euro-Krise halten viele Italiener, Spanier und Franzosen davon ab, in den Norden zu reisen. Für mich war dies natürlich ein Vorteil, fand ich doch praktisch immer auf Anhieb ein Hotelzimmer in der Hauptreisesaison. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass einige weitere Hotels schliessen werden.

Leider hat die „Aldisierung“ in Norwegen zugenommen. Die Supermarktketten hatten früher unterschiedliche Sortimente, heute führen sie alle mehr oder weniger dasselbe und haben sich auf dem tiefsten Niveau gefunden. Regionale Spezialitäten findet man keine mehr, es gibt im ganzen Land überall die gleichen Produkte zu kaufen. Etwas teurere, exklusivere Produkte wie das Multebeerjoghurt sind nicht mehr erhältlich, dafür findet man reihenweise Artikel, die auch auf Schweizer Regalen anzutreffen sind.

Wenn ich mit den vorherigen 14 Reisen nach Norwegen vergleiche, fällt mir auf, dass ich dieses Jahr Glück mit dem Wetter hatte. Betrachtet man das unbeständige Mai-Juni-Juli-Wetter in der Schweiz, war mein Reisewetter fast schon eine Sensation. Lange und viel geregnet hat es in diesen Ferien eigentlich nicht. Auf der letzten langen Norwegenreise, die während 4 Wochen im Jahr 2005 stattfand, hatte ich im Durchschnitt einen sehr schönen und einen halbschönen Tag pro Woche, sonst war es düster und regnerisch.

Mein Auto war ein zuverlässiger Begleiter, ungeachtet dessen, was ich mit ihm anstellte. 10‘972 km habe ich in diesen Ferien mit meinem Opel Combo zurückgelegt. Nie hat er gestreikt, nie hat er reklamiert, immer und immer ist er gefahren. Es gab auch nie eine Situation, die beinahe in einem Unfall geendet hätte. Nun hat der Combo als Dank für seine Zuverlässigkeit eine gründliche Reinigung verdient, und die Hagelschäden von Anfang Juli müssen beseitigt werden. Die Frontscheibe hat einen kleinen Schaden von einem Stein, so dass die Garage diesen beurteilen muss.

Mit einer beim Beifahrersitz montierten Kamera machte ich stundenweise Filmaufnahmen. Diese sind nun zu sichten, zu schneiden oder zu löschen, was einige Tage Arbeit bedeuten wird. Parallel dazu muss ich die vielen Bilder sortieren, nachbearbeiten und archivieren. Die schönsten Momente dieser Reise sind also gut dokumentiert.

Es war eine gute Reise, eine sehr schöne Reise, und ich bin froh, dass ich mir endlich einmal diese viereinhalb Wochen gegönnt habe. Ich freue mich bereits auf das nächste Mal Norwegen, weil es dort einfach unbeschreiblich schön ist und ich vom Norwegen-Virus nie mehr befreit werde. Und ehrlich gesagt, ich kenne kein anderes Land, wo man immer so freundliche Leute antrifft.

Allen, die zum Gelingen der Reise beigetragen haben, möchte ich ganz herzlich danken, ganz besonders meinen Arbeitskollegen, die meine Stellvertretung wahrgenommen haben.