
11. Reisetag
Montag, 5. August 2013
Kirkenes - Vardø - Vadsø
Das Hotelzimmer hatte nur dünne Vorhänge, so dass eine Verdunkelung nicht möglich war. So glaubte ich, als ich erwachte und von der Sonne geblendet wurde, es sei schon Morgen, aber es war erst 03.25 Uhr. Der Himmel war praktisch wolkenfrei. Um 05.45 wurde ich durch lautes Hundegebell geweckt - offenbar wurden die Huskies nebenan gefüttert. Als ich dann definitiv aufstand, war der Himmel rund zur Hälfte wieder mit Wolken bedeckt. Der Wetterbericht war ja auch gar nicht gut.
Trotz der Nähe zur russischen Grenze war sogar auch noch das Auto da.
Meine erste Mission war die Ankunft der Hurtigrute. Relativ knapp vor der fahrplanmässigen Ankunftszeit positionierte ich mich auf dem Damskipskaia in Kirkenes, doch das Schiff befand sich noch recht weit weg. Als das weiss-rot-schwarze Schiff den eigentlich nötigen Bogen nicht einleitete, wurde mir klar, dass die Hurtigrute ja ganz woanders anlegt. Also setzte ich mich ins Auto und erreichte die mutmassliche Anlegestelle mit Flughöhe 0 Meter, so dass es gerade noch reichte. Das Schiff, diesmal das Motorschiff M/S Richard With, machte einen schönen Bogen und landete am Kai. Diese Anlegestelle war doch etwas repräsentativer als der Dampskipkaia mit den rostigen russischen Schiffen daneben.
Es ging ein paar Minuten, bis die Rampe ausgefahren war, dann strömten die Fahrgäste in grosser Anzahl aus dem Schiff. Einige bestiegen den Bus zum Flughafen, andere gingen auf Entdeckungsreise, weitere waren effektiv am Ziel eingetroffen, und dann gab es noch diejenigen, die den Landausflug zu einem Museum gebucht hatten und mit einem Extrabus abgeführt wurden. Meine Mission war erfüllt.
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Meine zweite Mission war die Erzbahn. An einer halbwegs geeigneten Stelle ging ich in Wartestellung und verharrte einige Minuten dort. Leider kam kein Zug, dafür zumindest ein Traktor auf Schienen. Dann gab ich die Hoffnung auf und entschied mich zur Weiterfahrt.
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Meine Ziele waren die Ortschaften Vadsø und Vardø auf der gegenüberliegenden Seite des Varangerfjords. Leider waren dafür 190 km resp. 260 km Fahrt ab Kirekenes nötig, während die Luftlinien merklich kürzer gewesen wären. Es begann dann bald zu regnen, und eigentlich erst beim Erreichen des Fjordendes bei Varangerbotn war es wieder trocken. Da die Fahrtrichtung nun wieder von West nach Ost führte, geriet ich wieder in das Regengebiet, und zwischen den Ortschaften Vadsø und Vardø regnete es zeitweilig recht stark.
Ein paar Eindrücke von der Reise rund um den Fjord:
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Bei der Ankunft in Vardø hörte der Regen auf, aber die erhofften Aufhellungen fanden nicht statt. Vardø liegt auf einer Insel, die über einen Unterseetunnel erreicht wird. Die Ortschaft macht einen gepflegten Eindruck und kann sogar mit Sehenswürdigkeiten überraschen. Es handelt sich ausserdem um den östlichsten Punkt von Norwegen.
Etwa eine halbe Stunde verspätet traf um 16.30 Uhr die Hurtigrute ein. Es war das gleiche Schiff wie am Morgen, das nun auf der Südwärtsroute nach Bergen unterwegs war. Das Schiff wurde in der engen Hafenbucht gewendet, was doch einige Anforderungen an den Kapitän stellte. Herr Schettino wäre schon gar nicht bis in den Hafen gelangt. Nach der Ankunft strömten wieder Hunderte Passagiere vom Schiff, um innerhalb der nächsten Minuten im Gefolge eines jugendlichen Führers die Sehenswürdigkeiten anzuschauen.
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In Vardø hat es ein Rathaus, eine Kirche, einen Museumskomplex, viele Holzhäuschen und eine Festung aus dem 18. Jahrhundert.
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Noch bevor die Hurtigrute wieder ablegte, bestieg ich meinen Leih-Hybrid und nahm die Fahrt nach Vadsø unter die Räder. Für die 72 km benötigte ich gerade eine Stunde.
In Vadsø fand ich im Fjordhotell mein am Morgen reserviertes Zimmer vor. Dann ging ich auf die Erkundigungstour. Vadsø ist nur der drittgrösste Ort in der Finnmark (nach Alta und Hammerfest), aber die Hauptstadt der Provinz Finnmark. Der Ort ist eigentlich nicht sehenswert, aber man ist offensichtlich bemüht, etwas zu bieten. So verfügt der Ort über ein Museum, eine Luftschiffausstellung, eine Kirche, zwei Hotels, eine Tankstelle und zwei Supermärkte. Auf diversen Nordpolexpeditionen machten die Luftschiffe 1926 in Vardø einen Zwischenhalt. Der Mast, wo die damals verwendeten Luftschiffe 1926 andockten, steht immer noch.
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Bezüglich der Kirche kann man sich ja streiten, ob diese schön ist. Wenigstens ist sie im Winter während etwa zwei Monaten wegen der Dunkelheit nicht so richtig zu sehen.
Am Hafen fand ich endlich den passenden Hafenkran für Zürich, der auch von der SVP und vom Bund der Steuerzahler nicht bekämpft wird. Im Hintergrund auf dem nachfolgenden Bild sieht man ausserdem mein Hotel.
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Unweit des Hotels gibt es ein Luftschiffmuseum, das jeden Tag gerade einmal eine halbe Stunde offen ist, nämlich zwischen 07:30 und 08:00. Dann legt in unmittelbarer Nähe die Hurtigrute an. Morgen werde ich um diese Zeit dort sein, um dieses Museum auch besuchen zu können.
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Wie gewohnt an dieser Stelle die Reiseroute Kirkenes-Varangerbotn-Vadsø-Vardø-Vadsø auf dem Kartenausschnitt.
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