12. Reisetag

Donnerstag, 12. März 2015: Nelson - Westport

Nelson ist der bedeutendste Ort im nördlichen Teil der Südinsel und zählt 45‘000 Einwohner. Der Hafen von Nelson gilt als der wichtigste Fischereihafen von ganz Neuseeland. Am Rand der Innenstadt erstreckt sich das Botanical Reserve bis auf den Botanical Hill, auf dessen Spitze der Mittelpunkt von Neuseeland gefeiert wird. Der tatsächliche Mittelpunkt befindet sich zwar woanders in abgelegener, nicht zugänglicher Gegend, dennoch lohnte sich der Morgenmarsch zur Hügelspitze. Auf dem Weg dorthin kam ich an einem einzelnen Kauri-Baum vorbei, der der südlichste seiner Art sei und vor 70 Jahren gepflanzt wurde. Der Kauri-Baum ist sogar eingezäunt, damit ihm keinesfalls etwas passiert.

Die Aussicht vom Gipfel des Hügels war grandios. Andere Touristen und joggende Einheimische waren schon oben, als ich ankam.

Während die Strasse von Nelson nach Motueka fast wie eine schweizerische Autobahn, einfach nur zweispurig, angelegt wurde, wartete die Fortsetzung nach Takaka mit sehr vielen Kurven auf. An den schönsten Stellen bei der Überwindung des Takaka Hill Passes sind Halteplätze eingerichtet, die zum Genuss der grandiosen Aussicht einladen. Der relativ starke Verkehr und die kurvenreiche Fahrt kosteten mehr Zeit als geplant.

Ab Takaka ging die Fahrt nun wieder etwas zügiger, da die Strasse wesentlich gestreckter war als über den Pass. Mein Ziel war die nördlichste Ecke der südlichen Insel, eine 30 km lange Sanddüne am Farwell Spit. Die „Spitze des Abschieds“ geht auf James Cook’s ersten Besuch im Jahr 1770 zurück, der von dort abreiste, heute dürfte dies in diesem Naturschutzgebiet schwieriger sein. Die 30 km lange Sanddüne, die damit auch gleich die Golden Bay abschliesst, kann nur auf den ersten ca. 4 km frei begangen werden, ansonsten ist eine geführte Tour notwendig. Ich wünschte etwas Bewegung, so dass ich rund 3 km auf dem Strand ging und über einen Seitenweg kurz die Sanddünen aus der Nähe anschaute.

Dann war aber Schluss mit dem Vergnügen. Es war bereits 15.15 Uhr und eine weite Reise stand mir noch bevor. Zuerst musste ich wieder die 40 km bis Takaka zurück fahren, dann die kurvige Passstrasse über Takaka Hill nach Motueka bewältigen, und dann folgten immer noch ca. 190 km bis Westport. Ich kam zwar im Allgemeinen gut vorwärts, aber mehr als 70 km pro Stunde schafft man selbst dann nicht. Wegen der zahlreichen Kurven können die erlaubten 100 km/h selten über längere Distanzen ausgefahren werden. Es war gerade Dämmerung, als ich beim Motel in Westport vorfuhr und mein Appartement bezog. Die Betreiberin des Motels gab mir mehrere Vorschläge an, wo ich um diese Zeit noch etwas zum Essen erhielt und wo sich die Supermärkte befanden. Ich stellte fest, dass ich nun wirklich am Ende der Welt angelangt war, denn Westport kann man kaum mehr als Ortschaft, eher als zufällige Ansammlung von ein paar Häusern betrachten. Im Hotel Westport bekam ich als wohl letzter Gast des Abends meinen Hamburger, und nach diesem musste ich sicher nicht hungrig ins Bett…

Die Reiseroute an der üblichen Position im Bericht: