
18. Reisetag
Mittwoch, 18. März 2015: Queenstown - Te Anau
Nach zwei Tagen in der Zivilisation ging die Reise heute nun weiter ins abgelegene Fiordland an der Westküste. Ich wählte die Ortschaft Te Anau als Basis für die nächsten zwei Tage. Te Anau liegt am gleichnamigen See (nach dem Lake Wakatipu der zweitgrösste See) auf der Sackgassenstrasse zum Milford Sound. Die nächste grössere Stadt ist Invercargill an der Südküste, ansonsten gähnende Leere. Die Fahrt führte zuerst auf dem Highway 6 von Queenstown in Richtung Süden. Das Wetter bestand aus einem Mix von dichten Wolken, kleineren Aufhellungen und sporadischen Regengüssen; in den höheren Regionen, so ab 1200 m, waren die Berggipfel sogar leicht verschneit.
Die Strasse entlang dem Lake Wakatipu war landschaftlich sehr reizvoll.
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Von Kingston am südlichen Ende des Lake Wakatipu führte einst eine Bahnlinie bis nach Dunedin, die in den Fünfzigerjahren eingestellt wurde. Ab Kingston existieren noch etwa 14 km Gleis, wo nun eigentlich die Museumsbahn "Kingston Flyer" verkehren sollte. Die Museumsbahn ist aber pleite und die Schienen mittlerweile tief überwachsen. Ich folgte den Wegweisern in Kingston und schaute mir an, was so an Rollmaterial herumstand.
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Eine Museumsbahn, die von nirgends nach noch mehr nirgends fährt, kann wohl kaum rentieren.
Die weitere Fahrt - mit dem Auto - führte über hügliges, kaum bewohntes Gelände. In der Ebene bei Castlerock zweigte die Strasse nach Te Anau ab, wo ich dann wirklich fast allein unterwegs war.
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Te Anau ist ein grösseres Zentrum, als ich mir dies vorgestellt hatte. Im Ortszentrum hat es doch einige Ladengeschäfte, die ein recht umfangreiches Sortiment führen, so dass man fast alles in Te Anau bekommt. Die Ortschaft liegt am Lake Te Anau, der mehrere Seitenarme hat, die in ein hügliges, gar gebirgiges Gelände führen, so dass man wirklich von Fjorden sprechen kann. Die Gegend heisst daher auch Fiordland. Von Te Anau aus sind die Fjorde noch nicht richtig sichtbar. Da es in dieser Gegend keine Strassen gibt, finden die Erkundigungstouren per Schiff, Wasserflugzeug oder Helikopter statt.
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Anschliessend buchte ich eine zweieinviertelstündige Tour in die Leuchtwürmchengrotte, die zuerst ca. 30 Minuten mit dem Schnellboot auf dem letzten Bild über den See führte. In diesem riesigen Höhlensystem hat es tatsächlich ganze Kolonien von Leuchtwürmern. Zuerst geht man zu Fuss etwa 200 m durch das Höhlensystem und bewundert die inneren Wasserfälle, dann gibt es eine Bootsfahrt auf einem unterirdischen See in totaler Dunkelheit und absoluter Stille, so dass die leuchtenden Punkte der Glühwürmer so richtig zur Geltung kamen. Da in der Grotte nicht fotografiert werden darf (wäre jammerschade wenn da wie wild geblitzt würde) und mir gesagt wurde, weder Rucksack noch Kamera dürfe ich mit hineinnehmen, liess ich den Fotoappart im Auto, so dass von diesem Teil der Reise keine Bilder vorhanden sind... ausser die beiden Bilder, die ich mit dem Mobiltelefon gemacht habe. Ich schäme mich, so etwas getan zu haben, und schüttle einmal mehr den Kopf über diese Leute, die eine teure Ferienreise nach Neuseeland machen und nur so unbrauchbare Handy-Bilder nach Hause bringen.
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Zurück in Te Anau fuhr ich zum Hotel, bezog mein Zimmer und begab mich dann wieder ins Ortszentrum, wo ich in einer der vier Pizzerien meine Teigwaren genoss.
Die heutige Reiseroute von Queenstown nach Te Anau:
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