
3. Reisetag
Dienstag, 3. März 2015: Flug nach Auckland
Nach einem schönen Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean folgte eine lange Nacht auf 11700 Metern über Meer. Da der Flug nicht West-Ost, sondern Nordwesten-Südosten verlief verkürzte sich die Nacht nur wenig. Zwar konnte ich immer wieder ein wenig schlafen, aber meist in einer wenig bequemen Stellung. Der Fensterplatz war eindeutig ein Vorteil, weil durch die Rundung des Flugzeugrumpfes ein rund 20 cm breiter Abstand zwischen Sitzlehne und Wand bestand. Der A380 hat eine sehr geräumige Kabine und ist innen sehr leise. Man kann den Kopf problemlos an die Wand anlegen, wo man sonst bei andern Flugzeugtypen Vibrationen und hohe Geräusche wahrnimmt.
Jedesmal wenn ich auf die Uhr schaute, waren bloss ein paar Minuten verstrichen. Der lange Flug wollte und wollte einfach nie ein Ende haben. Dann tauchte auf der Karte Australien auf, immerhin schon das, dachte ich. Aber auch Australien zu überqueren dauert seine Zeit. Als der Sinkflug eingeleitet wurde, war ich wirklich froh, dass die Zwischenlandung nun in die Nähe gerückt war.
Der Airbus A380 setzte sanft auf der Piste von Melbourne auf und rollte zu einem Gate. Alle Passagiere mussten mit dem ganzen Handgepäck aussteigen, und die nach Neuseeland weiterfliegenden Fluggäste wurden zum Zeitvertrieb in Melbourne gleich noch einmal durch die Sicherheitskontrolle geschleust. Ich hatte mittlerweile Übung und räumte meinen Rucksack vorsorglich aus, damit die Prozedur nicht übermässig lang ging.
Die Verspätung konnte in Melbourne nicht aufgeholt werden. Erst nach einer guten Stunde durften die Passagiere wieder einsteigen. Es gab einen grossen Wechsel, viele "bekannte" Gesichter waren nicht mehr auszumachen. Der Flug übers Meer dauerte weitere zweieinhalb Stunden und führte über eine mehr oder weniger geschlossene Wolkendecke, die mein neuer Sitznachbar offenbar nicht sehen wollte, da er verlangte, dass ich den Blendschutz komplett hinunterziehe. Ich versuchte noch einmal, ein wenig zu schlafen, um dann in Auckland nicht zu müde zu sein.
Kurz vor der Landung tauchte dann mein Reiseziel - NEUSEELAND!!! - auf.
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Die Landung erfolgte bei bedecktem Himmel von Westen her. Während der Pilot des vorgängigen Flugs eine wahrlich sanfte Landung vollbrachte, setzte der aktuelle Pilot in Auckland sehr holprig auf. Das arme Flugzeug! Es erstaunte mich sehr, dass gleich drei Airbus A380 der Emirates gleichzeitig in Auckland standen.
Eine Ankunft in Neuseeland muss man sich offenbar abverdienen. Zuerst dauerte es eine Ewigkeit, bis man das Flugzeug überhaupt verlassen konnte, dann musste ich bei der Passkontrolle 45 Minuten anstehen. Man wollte schon dort sehr genau wissen, was alles in meinem Reisegepäck enthalten war. Aber nach dem Gepäckempfang hiess es wieder: anstehen. Noch einmal wurde ich ausgefragt, was alles in meinem Gepäck steckte, und spätestens jetzt hätte ich es angeben müssen, wären Lebensmittel dabei gewesen. Der folgende Durchgang durch die Röntgenmaschine hätte es zu Tage gebracht und eine saftige Busse gekostet. Die Angst ist immens in Neuseeland, dass ein Schädling ins Land gebracht wird und dann keine natürlichen Feinde hat. Und so waren gegen zwei Stunden vorbeigegangen, bis ich nun wirklich angekommen war.
Eigentlich plante ich, den maximal zwei Kilometer langen Weg zum Hotel zu Fuss zurückzulegen, musste dann aber eine Planänderung vornehmen, weil es gar keinen Fussweg gab. Ausserdem war es sehr schwühlwarm und ich in Winterkleidern. Auckland liegt auf 36°51', was umgerechnet auf die nördliche Halbkugel in etwa Gibraltar oder Ragusa auf Sizilien entspricht. Kein Wunder, dass es da etwas wärmer als in Zürich am 1. März war!
Vom Flughafen aus rief ich das Hotel an, damit mich der Hotelbus abholte und die 2 km zur Unterkunft brachte. Trotz der immensen Reise und der 12-stündigen Zeitverschiebung war ich gar nicht todmüde, was mich selber verwunderte. Im Hotelrestaurant bekam ich das Nachtessen, dann war Schluss für heute.

