
8. Reisetag
Sonntag, 8. März 2015: Taupo - Napier
Gestern Abend verschwanden auf einmal alle Wolken, der Himmel war leergefegt, und so hegte ich die Hoffnung auf einen sonnigen Tag heute. Aber während der Nacht stürmte und regnete es wie verrückt, so dass aus der Hoffnung eine Enttäuschung wurde. Als ich heute Morgen aufstand, fiel mir auf, dass es einerseits nicht mehr regnete und dass andererseits die vom starken Wind getriebenen Wolken nicht so dicht waren. Effektiv ging der Tag bald in ein Gemisch aus Wolken und blauem Himmel über, bald war es wie an einem Hochsommertag in der Schweiz, an dem der blaue Himmel von kleineren und grösseren Quellwolken durchzogen ist. Die Quellwolken machen das Fotografieren schwierig, weil sie nicht einfach mit der Geschwindigkeit des Winds weiterziehen, sondern stationär bleiben und fortdauernd ihre Form ändern. Aber Hauptsache heute war das Wetter grundsätzlich schön.
Nach dem Morgenessen buchte ich noch ein paar Hotels auf der Südinsel, um mir dann die Suche vor Ort zu ersparen. Das Angebot war an allen gesuchten Orten noch sehr umfangreich weil es gegen Saisonende geht.
Vor der Abfahrt suchte ich das nahe gelegene Seeufer auf, um nun einigermassigen sonnige Morgenlichtaufnahmen des Lake Taupo zu machen. Wegen des Winds hatte sogar dieser Binnensee sichtbare Wellen.
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Der Highway 5 von Taupo nach Napier ist grundsätzlich gut ausgebaut, führt anfänglich über Ebenen und leicht hügliges Gelände, dann überquert er ein Gebirge, das gut 800 m hoch ist. Auf der rund 140 km langen Strecke gab es drei Pässe zwischen 730 m.ü.M. und 800 m.ü.M., während der Startpunkt am Lake Taupo auf 390 m.ü.M. lag. Es hatte auf der ganzen Fahrt nur wenig Verkehr, dennoch kam es immer wieder vor, dass ich hinter einem Lastwagen oder Wohnmobil landete. Mein Miet-Mazda ist auch nicht gerade eine Bergrakete, und trotz schonender Fahrweise bergauf roch der Wagen, wenn ich wieder mal für ein Foto anhielt. Es war nicht leicht, geeignete Stellen zum Fotografieren zu finden.
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Südöstlich von Napier liegt das Cape Kidnappers, das nur zu Fuss oder mit Traktor und Wagen erreichbar ist. Ich hatte keine Ahnung, wann so eine Traktorfahrt von Te Awanga aus stattfinden würde, aber es wird in jedem Reiseführer empfohlen, die 5 km auf dem Traktoranhänger dem Meer entlang zu machen, um die grossen Vogelkolonien (Basstölpel) zu besichtigen. Bis ich den Weg dorthin überhaupt gefunden hatte, dauerte schon eine Weile. Ab Napier sind es rund 25 km, auf meiner Landkarte knappe 2cm. Bis Te Awanga, das aus einem Café und einem Zeltplatz besteht, ging die Fahrt über eine sehr fruchtbare Ebene, wo unter anderem auch viel Rebbau betrieben wird.
Der Blick von Te Awanga zum Cape Kidnappers ist herrlich. Offenbar war der Traktortransport schon vor etwa 3 Stunden abgefahren, dies im Einklang mit Ebbe, und sollte erst in rund 2 Stunden zurückkommen. Die ganze Fahrt dauert also 5 Stunden, wesentlich mehr als erwartet, aber für mich stellte sich die Frage gar nicht mehr, ob ich mitfahren wollte, weil es heute keine Fahrt mehr gab. Daher ging ich ein Stück des Wegs zu Fuss. In Neuseeland ist es offenbar gang und gäbe, dass die Meeresufer mit 4x4-Fahrzeugen befahren werden dürfen, jedenfalls war ich auf dem landschaftlich herrlichen Weg nicht allein. Die Klippen des Cape Kidnappers und die Wellen des Pazifiks gaben schöne Fotomotive.
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Dann tauchten die beiden Traktoren mit Anhänger auf, die die Touristen zu den Vogelkolonien gefahren hatten. Der Fussweg hin und zurück zu den Vogelkolonien wird mit 5 Stunden angegeben, und die Abmarschzeit muss in Abstimmung mit Ebbe und Flut erfolgen, sonst ist man während ein paar Stunden eingeschlossen.
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Daraufhin folgte eine Odyssee. Die beste Karte stammt aus meinem Reiseführer, ist aber wie alle anderen Karten von Neuseeland nur mittelmässig genau. Mein nächstes Ziel war der Berg Te Mata in unmittelbarer Nähe, der gut 400 m hoch ist und per Auto befahren werden kann. Da ich kein Weg weisendes Schild fand und mein Navigationsgerät mit der Destination überfordert war, fuhr ich am Te Mata vorbei und kurvte kreuz und quer in der Landschaft umher. So konnte ich vorerst mal andere Hügel der Umgebung besichtigen und Te Mata vom Tal aus fotografieren.
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Wie durch ein Wunder fand ich den Weg auf den Gipfel dann doch noch. Die Strasse war grösstenteils recht schmal, doch glücklicherweise kam es zu keinen kritischen Kreuzungen mit anderen Fahrzeugen. Auf dem Gipfel angekommen, parkierte ich meinen Mazda, stellte dann aber fest, dass er meine Fotomotive negativ beeinflusste, und so stellte ich ihn woanders ab.
Die Aussicht von Te Mata war hervorragend mit einem vollen 360-Grad-Panorama. Die Landschaft war geprägt vom heissen und trockenen Sommer mit braunen Grasflächen und knallgrünen Bäumen, eine ganz spezielle Farbmischung. In der Ferne leuchtete das hellblaue Wasser des Pazifiks.
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Nach ausgedehntem Genuss des Panoramas steuerte ich die Stadt Napier an, wo ein reserviertes Motel-Appartement auf mich wartete. Mit Hilfe des Navigationsgräts fand ich mein Ziel ohne weitere Umwege. Ich befuhr mehrere Strassen, die ich auf der Suche nach dem Mt. Mata auch schon abgefahren war.
Nach dem Bezug der Unterkunft besichtigte ich Napier und suchte einen Aussichtspunkt mit Blick auf den Verladehafen auf. Der Weg dorthin war viel länger, als ich ihn aufgrund der Angaben auf dem Ortplan abgeschätzt hatte. Die Sonne stand bereits schon sehr tief, als ich dort eintraf, wo ich hin wollte.
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Nach dem Sonnenuntergang entliess ich den Fotoapparat in den Feierabend und ging das Nachtessen einnehmen. Ich freute mich über den sonnigen, schönen Tag.
Die gesamte Reiseroute und meine Kreuzfahrt rund um den Mount Te Mata und in Napier:
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