
9. Reisetag
Montag, 9. März 2015: Napier - Wellington
Das Motel bot keinen Frühstücksservice an, sondern verwies auf die diversen Cafés in der näheren Umgebung. Ich suchte mir das nächstgelegene aus und gönnte mir für einmal einen richtigen Kalorienschub zum Frühstück, nämlich zwei Eggs Benedict, also verlorene Eier auf Toast mit gebratenem Schinken und Sauce Hollandaise.
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Die Stadt Napier wurde am 3. Februar 1931 durch ein Erdbeben der Stärke 7.9 mehr oder weniger völlig zerstört und nachher im Art Déco-Stil neu aufgebaut. Ein Rundgang durch die Kleinstadt stand daher auf meiner heutigen Wunschliste, bevor ich mit meinem Mietwagen in Richtung Wellington abfuhr.
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Von Napier aus wäre Wellington über den Highway 2 in etwa fünf Stunden zu erreichen. Ich wählte jedoch einen weiteren Weg, indem ich in der Ortschaft Waipukurau auf den wenig befahrenen Highway 52 wechselte. Anfänglich verlief diese Strasse noch recht geradlinig, bis ich zur Ortschaft mit dem weltweit längsten Namen gelangte: Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu, was ganz simpel auf Deutsch übersetzt heisst "Die Kuppe des Hügels, auf dem Tamatea, der Mann mit den grossen Knien, der Berge hinabrutschte, emporkletterte und verschluckte und der rund um das Land gesegelt war, seiner Liebsten auf der Flöte spielte". Dies führte zu einem entsprechend langen Ortsschild ausserhalb der neuseeländischen Beschilderungsnorm und zu einem Eintrag ins Guiness Book der Rekorde. Ich habe einfach die Ortschaft dazu nirgends gefunden, ausser die zwei Häuser in der Nähe wären gemeint gewesen.
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So verirren sich wenigstens ein paar Touristen in diese gottverlassene Gegend. Der Autoverkehr war so dünn, dass es einige Minuten ging, bis ich wieder einmal ein anderes Auto kreuzte. Die Strasse wurde immer kurvenreicher und führte kaum einen Meter ebenaus. Die Steigerung davon erlebte ich, als ich eine Abkürzung zum Castle Point an der Küste nahm, die auf rund 20 km nur noch aus einer Naturstrasse bestand. War das schön, danach wieder auf eine ordentliche, geteerte Strasse zu treffen und die letzten 30 km bis Castle Point mit normaler Geschwindigkeit abzufahren.
In Castle Point findet man definitiv kein Schloss, dafür einige Ferienhäuser, schöne Strände und vor allem einen Leuchtturm. Die Lage des Leuchtturms ist sehr exponiert, aber absolut besuchenswert. Daneben liegt eine idyllische Strandbucht und der Castle Rock, ein 162m hoher Aussichtsberg. Ich verbrachte einige Zeit hier, da ich auf eine Aufhellung wartete, die es dann für eine kurze Zeit auch gab, ansonsten war der Himmel bedeckt.
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Da ich hier relativ viel Zeit verbracht hatte, machte ich auf der anschliessenden Fahrt nach Wellington kaum mehr Halte. Ich wollte nicht allzu spät in der windigen Küstenstadt eintreffen, zumal ich nicht wusste, wie lange ich für das Finden des Hotels benötigen würde. Das Navigationsgerät war mir hier eine gute Hilfe, kannte zwar die Hausnummer meines Hotels nicht, führte mich dennoch zielgerichtet vors Hotel.
Es wurde dann schon dunkel, als ich mich noch mit Stativ und Fotoapparat auf die erste Erkundigungstour in Wellington aufmachte. Wie in allen neuseeländischen Städten war kaum mehr etwas los, da die Ladengeschäfte praktisch alle um 18 Uhr schliessen.
Am Meeresquai stehen zwei historische Hafenkräne, die mir Heimatgefühle vermittelten. Da sie nachts so schön beleuchtet waren, bildeten sie eines der Motive meiner Nachtfotographie. Zudem wurde das nationale Parlamentsgebäude auch eines der Fotosujets. Dann war Feierabend.
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Das tägliche Ritual mit dem Abschluss mit der Reiseroute soll auch hier nicht fehlen:
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