
14. Reisetag
Donnerstag, 2. August 2012
Kristiansund-Trondheim
Die heutige Etappe war im Vergleich zu den andern Etappen geradezu eine flache, aber auch mit landschaftlichen Köstlichkeiten versehen. Bei vorwiegend sonnigem Wetter verliess ich Kristiansund über die Fährverbindung Seivika-Tømmervag und folgte dann der Hauptstrasse 680 via Aure nach Kyrksæterøra. Kurz nach Aure könnte die Route um ein paar Kilometer abgekürzt werden, aber ich nahm den weiteren Weg. Ab Kyrksæterøra folgte ich dem Hemnefjorden und stiess dann auf die etwas mehr befahrene Hauptstrasse 714, die von der Insel Hitra nach Orkanger führt.
Kristiansund erstreckt sich über mehrere hügelige Inseln, die etwa in einem Halbkreis angeordnet sind. Das erste Bild zeigt die Stadt von derjenigen Seite, die gestern das Sujet war. Zwei Unterseetunnels und eine Fähre verbinden Kristiansund mit dem Festland. Ich benützte die Fährverbindung.
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Der Weg nach Aure, Kyrksæterøra und Orkanger führte grösstenteils durch eine liebliche Fjordlandschaft. Einige Buchten werden mit grossen Brücken (bis 550 m lang) überbrückt. Die Brückenpfeiler sind wegen der Tiefe der Buchten häufig auf dem Meer schwimmend.
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Zwischen Orkanger, Fanrem und Løkken gab es die Thamshavnbane, eine Schmalspurbahn, die mit dem exotischen Stromsystem 6500V 25 Hz elektrifiziert war. Die vorwiegend als Güterbahn gedachte Verbindung wurde vor Jahrzehnten eingestellt, ist seit 1982 jedoch eine Museumsbahn. Da die Museumsstrecke nur noch Fanrem-Løkken umfasst, suchte ich in Fanrem den Bahnhof. Die unbenützten Geleise liessen nichts Gutes erahnen. So steuerte ich Løkken an, wo schon etliche Kilometer zuvor mit Schildern auf die Museumsbahn hingewiesen wird. Leider erfuhr ich dann vor Ort, dass wegen nicht fertiggestellter Revisionen dieses Jahr keine Züge fahren. Zum Glück war ich vor über 10 Jahren schon einmal dort!
Es war mir noch zu früh, nach Trondheim zu fahren. So beschloss ich, zum Bahnhof NSB-Støren zu fahren, um dort den einen oder anderen NSB-Zug der Bahnlinien Trondheim-Oslo und Trondheim-Røros zu fotografieren. Die Nebenstrasse quer von einem Tal ins andere war auf den ersten 25 km nicht asphaltiert, so dass an ein zügiges Vorankommen nicht zu denken war. Die wenigen, die mir entgegen kamen, waren Einheimische in eher schnellem Tempo. Glücklicherweise waren die letzten 10 km wieder geteert, so dass ich wieder etwas schneller fahren konnte.
In Støren hatte ich zweifach Glück, es kam nämlich gleich ein Schnellzug nach Oslo (so ein Neigezug) und die Quellwolke, die das Bahnhofsareal immer wieder verdunkelte, zog sich pünktlich zurück. Als dann anderthalb Stunden keine Züge mehr angesagt waren, machte ich mich auf den Weg nach Trondheim.
Das Alternativprogramm zur Museumsbahn Løkken-Fanrem bildete dieser Neigezug der norwegischen Staatsbahnen im Bahnhof Støren. Mangels weiterer Züge blieb es bei diesem einen Bild.
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Die letzten Kilometer folgte ich nicht der Hauptstrasse durch die Agglomeration, sondern fuhr alles der Küste entlang, um dann von Nordwesten Trondheim zu erreichen. Das tiefblaue Meer mit dem wolkenlosen Himmel und den grünen Wiesen ergab eine herrliche Stimmung.
Die Fahrt rund um Trondheim führte durch eine fruchtbare Landschaft und gewährte immer wieder den Blick aufs Meer. Die Anfahrt von Nordwesten auf Trondheim zeigte mir die Stadt von einer Seite, die ich noch nicht kannte. Das Kreuzfahrtschiff im Hafen ist übrigens die Arosa Luna, die ich gestern zuerst in Ålesund, dann in Molde und nun in Trondheim antreffe.
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In Trondheim kurvte ich kreuz und quer durch die Innenstadt, um in der Nähe des Hotels einen Parkplatz zu finden. Ich kenne Trondheim von den zahlreichen Besuchen recht gut, aber als Autofahrer habe ich die Stadt freilich noch nie erlebt. Da aber die Rush-Hour bereits vorbei war, ging auch das recht gut.
Dann folgte der obligate Spaziergang durch die Stadt, um zu schauen, was sich alles seit dem letzten Besuch geändert hat. Dieser liegt doch auch ein paar Jahre zurück. Wie in Bergen wurden alle die schmuddeligen, lottrigen Busse durch eine riesige Anzahl neue olivgrüne Fahrzeuge einer neuen Betreibergesellschaft ersetzt. Die Gråkallbane, der letzte Rest des Trondheimer Trams, fährt immer noch und bezüglich Bauten hat sich nicht viel geändert. Es war also fast wie ein Heimkommen, zumal auch das Hotel wieder das gleiche ist wie auf manchen früheren Reisen.
Bei wirklich wolkenlosem Himmel, aber eher frischer Temperatur genoss ich den Abend.
Und weil dies so gewünscht wird, will ich auch verraten, was es zum Z’Nacht gab: gefüllte Pouletbrust-Roulade, umwickelt mit Speck, auf einem Bett von Frühkartoffeln, Zwiebeln, Karotten und grünen Spargeln, serviert mit einer feinen, dezent verwendeten dunklen Sauce. Das alles zu einem Preis eines Châteaubriands in der Schweiz.
Kein Hafenkran für Zürich, sondern eine aufklappbare Brücke in Trondheim ist dies! Für die Durchfahrt zweier Motorboote wurde die Brücke aufgeklappt und später wieder abgesenkt.
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Ansonsten ist Trondheim das geblieben, wie es war. Einzig eine grosse Flotte neuer Busse prägt die Innenstadt, während der Nidaros-Dom und die Häsuer am Nidelv gleich schön geblieben sind:
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Morgen geht die Reise weit nach Schweden. Nachdem ich in den letzten Tagen in Norwegen mit sehr interessanten Landschaften verwöhnt wurde, wird es in Schweden über lange Distanzen immer etwa gleich aussehen.
Und das war die Route des 14. Reisetags:
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