
21. Reisetag
Donnerstag, 9 August 2012
Svolvær-Tysfjord
Wie geht die norwegische Wetterregel schon wieder? Hört der Tag wolkenlos auf, ist der Himmel am nächsten Morgen sicher bedeckt, wie das heute auch der Fall war. Da ich schon mehrere Male auf der Lofoteninselgruppe war und sowieso wieder einmal hierhin komme, konnte ich mich damit abfinden.
Die erste Etappe war der Weiler Kalle, wo ich meine allerersten Ferien auf den Lofoten verbracht hatte. In den 12 Jahren hat sich doch einiges geändert, stellte ich fest.
Gemäss meinen Unterlagen war ich im August 1999 und im August 2000 für ein paar Tage in Kalle, etwa 8 km entfernt von Svolvær, in einem Fischerhaus ("rorbu") in den Ferien. Als ich heute wieder dorthin fuhr, schien mir vieles anders als ich es in Erinnerung hatte. Ansonsten komme ich jetzt auf dieser Reise immer wieder an Orte, wo ich vor ebenso langer Zeit einmal war, und ich mag mich noch an sehr viele Details erinnern.
Die steilen Berge rings um Kalle machen den Weiler attraktiv. Die Erreichbarkeit mit dem Bus und einem halbstündigen Fussmarsch wäre für meine heutigen Verhältnisse zu schlecht.
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Die zweite Etappe war Henningsvær, ein Dorf, das auf mehreren Inseln liegt und Venedig des Nordens genannt wird.
Die Strasse dorthin zweigt von der E10 ab und führt steilen Felswänden entlang. Während der ganzen Fahrt sieht man immer wieder hinüber zur Lofoteninsel Vestvågøy. Kurz vor und in Henningsvær gelangt man über Brücken von der einen Insel zur andern.
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Über der Insel Vestvågøy gab es die ersten Aufhellungen, die aber dann vom Wind weitergetrieben wurden.
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Auf der Inselumrundung gab es doch dank der Sonne ein paar schöne Erinnerungsbilder:
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Eggum ist ein Weiler an der Westküste und damit dem Wind und Wetter von Atlantik her ausgesetzt.
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In Leknes landete gerade eine DHC-7 der Fluggesellschaft Widerø aus Bodø kommend. Da ich beim Flugplatz vorbei kam, sah ich kurz zu, wie die Maschine zum Rückflug startete. Ich habe mit Widerø schon einige solche Flüge miterlebt, die immer sehr schön sind. Einmal flog ich von Trondheim nach Bodø mit drei Zwischenladungen.
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Stamsund ist nebst Svolvær der einzige Ort, der von der Hurtigrute angelaufen wird. Daher hat dieser Ort einen bestimmten Bekanntheitsgrad, und die Fischerhäuser (die "Rorbuer") haben ihren Preis. Es gibt aber auf den Lofoten schönere Orte für Ferien, und das Hotel in Stamsund, in dem ich vor einigen Jahren übernachtete, ist nun Asylunterkunft.
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Die Nebenstrasse entlang der Westküste der Insel Vestvågøy ist wenig befahren und führt praktisch auf der ganzen Länge dem Meer entlang. Sie ist eine angenehme Alternative zur Hauptstrasse E10, auf welcher sich in der Hauptsaison viele Wohnmobile und Wohnwagen den Weg versperren.
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Eine norwegische Spezialität, über die man immer wieder fährt, ist der Ferist. Das ist eine in der Strasse eingabaute Vorrichtung, die Kühen und Schafen den Durchgang verunmöglicht. "Fe" = Vieh, "Rist" = Rost. Selbst auf Hauptstrassen trifft man die Feriste, die stets angekündigt werden, an, weil ja auch Schafe auf den Landeshauptstrassen anzutreffen sind.
Feristüberquerungen mit verschiedenen Geschwindigkeiten haben ergeben, dass bei Schritttempo das Auto stark durchgeschüttelt wird, dass bei rund 20 km/h die Autoinneneinrichtung fast zerlegt wird und dass bei 60 km/h zwar viel Lärm, aber die geringsten Erschütterungen enstehen.
Stellvertretend für die vielen, vielen Feriste hier ein Bild vom 10. Reisetag:
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In Svolvær gab‘s noch sicherheitshalber ein paar Liter Diesel plus Proviant im Rahmen eines kurzen Halts.
Ich fuhr anschliessend der E10 in der gegenüber gestern entgegengesetzten Richtung entlang und zweigte beim Raftsund ab nach Digermulen. Mittlerweile waren die Wolken fast gänzlich verschwunden, Verkehr hatte es auch fast keinen, so war das eine ganz zügige und angenehme Reise.
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Digermulen war vor der Erstellung des neuen Teils der E10 völlig isoliert vom übrigen Strassenetz. Es gab nur die Fährverbindung von Svolvær aus, was schliesslich auch der Grund ist, dass ich noch nie dort war. Wäre das Wetter heute von Anfang an schön gewesen, wäre ich direkt nach Digermulen gefahren, um auf den 870 m hohen Keiservarden zu wandern, wo man eine atemberaubende Aussicht geniessen soll. Dieses Vorhaben bleibt nun halt pendent bis zu einer nächsten Reise in diese Gegend. Und die wird es sicher geben, denn einen schöneren Ort als die Lofoten kenne ich wirklich nicht.
Bei Digermulen faszinierte mich vor allem der Blick hinüber zum Festland:
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Die Fahrt dem Raftsund entlang im Abendlicht war etwas fürs Gemüt, zumal ich die 21 km lange Strasse von Digermulen zur E10 fast für mich allein hatte.
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Zurück auf der E10 steuerte ich Lødingen an, um auf der 19.45-Uhr-Fähre nach Bognes einen der letzten Plätze zu ergattern. Der Himmel war nun 100% wolkenlos, so dass die abendliche Fahrt mit der Fähre, die etwa eine Stunde dauerte, unbeschreiblich schön wurde. Dort konnte ich gleich das Nachtessen erledigen.
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Nun blieb nur noch die Suche nach einer Unterkunft. Wenige Kilometer nach der Fähre am Tysfjord fand ich den Touristcenter, eine Kombination aus Hotel, Hütten, Wohnmobilplatz und mehr, wo ich ein wunderschönes Zimmer mit allem Drum und Dran erhielt. Der Blick aus dem Fenster ist herrlich mit dem Fjord, der wie ein kleiner See aussieht, und dem Abendlicht. Es ist jetzt halb zehn und immer noch taghell…
Zurück zur Wetterregel: ich wette, morgen ist der Himmel wieder bedeckt! Wenn es ab Mittag wieder gutes Wetter gibt, habe ich keinen Grund, mich zu beklagen.
Zu guter Letzt die heutige Reiseroute (zuerst ab Svolvær westwärts, dann ostwärts):
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