
32. Reisetag
Montag, 20. August 2012
Lübeck-Hamburg
Der Regen in der Nacht hinterliess seine Spuren, denn der Himmel war reichlich bedeckt am Morgen. Ich stand recht früh auf, weil sich unmittelbar vor dem Hotel ein Kreisel befindet, und dieser wird im Minutentakt von Bussen befahren, und mit Hupen wird auch nicht gespart.
Um auf Nummer sicher zu gehen, entschied ich mich, gleich nach dem Frühstück nach Hamburg zu fahren. Wegen der latenten Staugefahr nahm ich von vornherein die Landstrasse, auch wenn diese keine Hochgeschwindigkeitsstrasse war. Ab Stadtgrenze Hamburg liess ich mich vom Navigationsgerät leiten, das ich mit einer Adresse gefüttert hatte, wo ich das Parkhaus des Bahnhofs Altona vermutete. Für einmal war das Navi eine Hilfe, sonst habe ich mich etliche Male darüber aufgeregt.
Tatsächlich wurde im Radio für die Autobahn Lübeck-Hamburg eine Staumeldung gemacht. Überhaupt überwogen die Verkehrsmeldungen das Radioprogramm, weil irgendwo eine halbe Stunde lang (!) ein Falschfahrer unterwegs war, oder weil auf einer Autobahn eine Stunde lang ein totes Reh lag (unglaublich, wie lange man in Deutschland braucht, um ein Reh wegzuräumen).
Das Parkhaus Altona West wurde in Punktlandung gefunden. Dabei kam ich auch schon am Wegweiser für den Autoverlad vorbei.
In Hamburg habe ich immer ein Reiseziel, und das ist natürlich das Miniatur-Wunderland, das ich doch schon einige Jahre nicht mehr besucht habe. Als ich um ca. 11 Uhr dort eintraf, wurde verkündet, es gäbe eine Stunde Wartezeit, da nicht mehr als 800 Personen gleichzeitig eingelassen würden. Man könne aber ein sog. „Fast-Ticket“ für einen späteren Einlass kaufen, und so schnappte ich mir eines der 13 für die Einlasszeit 12 bis 13 Uhr. Die schnelle Reaktion zahlte sich aus. Daher gab es eine Stunde Stadtrundgang im Bereich der Speicherstadt, wo im Moment der Bau der Elbharmonie so ziemlich auffällt. Es wurde zwischenzeitlich auch recht sonnig.
Die einstündige Wartezeit für den Einlass ins Miniatur-Wunderland in Hamburg konnte ideal für einen kleinen Stadtbummel im Bereich der Speicherstadt und der Elbe genutzt werden. Es ist interessant zu sehen, was Hamburg aus der lange nicht zugänglichen Speicherstadt gemacht hat. Besonders viel zu diskutieren gibt die Elbharmonie, die von den Architekten Herzog & De Meuron auf ein Speichergebäude gebaut wird und sehr viel Geld verschlingt.
Die Elbe ist eine braune Brühe in Hamburg. Dennoch gehört es zu jedem Aufenthalt in Hamburg, der ein paar Tage dauert, dass man eine Hafenrundfahrt auf der Elbe macht. Dafür stehen mehrere grosse und viele kleine Schiffe bereit.
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Mein Hauptziel dieses letzten Reisetags war ein bestimmtes Haus der Speicherstadt:
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Ein paar Minuten nach 12 Uhr ging ich mit meinem Ticket, das übrigens nicht teurer war als ein normales, zum Eingang und wurde tatsächlich direkt eingelassen. Trotz des schönen Wetters war heute offenbar einer der Spitzentage, da Süddeutschland noch Schulferien hat und im Raum Schleswig-Holstein mehrere Grossanlässe stattfanden, die viel Volk anzogen (das merkt dann das Miwula auch). Dank der Einlasskontingentierung konnte man sich innen effektiv noch bewegen, aber es hatte natürlich viele Kinder, die für entsprechenden Rummel sorgten.
Mich interessierten vor allem die neuen Teile, die ich noch nie gesehen hatte. Da waren einerseits der riesige Abschnitt „Schweiz“ und andererseits der grosse neue Flughafen. Die Schweiz wurde wirklich sehr originell nachgebaut, natürlich fast ausschliesslich als alpine Landschaft. Und so erklimmt die Rhätische Bahn halt fast das Matterhorn. Aber es hat auch eine Schoggifabrik Lindt & Sprüngli, die echte Napolitaines ausspuckt, und DJ Bobo gibt ein Konzert mit Hunderten Besuchern. Auf der Autobahn oberhalb des Schloss Chillon findet der Gotthardstau statt.
Vor fünf Jahren eröffnete das Miniatur-Wunderland einen grossen Bauabschnitt, der die Schweiz zum Thema hat. In komprimierter Form trifft man auf bekannte Gebäude und Landschaften, und nicht wenige Clichées werden grosszügig ausgelebt. Im Bereich des Schweiz-Abschnitts wurde sogar der Fussboden durchbrochen, so dass sich die Berge über zwei Stockwerke erstrecken.
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Der Flughafen ist der ultimative Hit! Das starten und landen Flugzeuge, fahren an Standplätze und Docks, werden angedockt oder Treppen werden herangefahren, dann fahren Busse und Tankwagen heran. Auf dem ganzen Flughafengelände verkehren unzählige Dienstfahrzeuge, und wie im Miwula üblich, rückt auch mal die Feuerwehr aus. Selbstverständlich ist jedes Auto beleuchtet und mit Richtungsblinkern ausgestattet. Der Flughafen selber ist eine Nachbildung von Hamburgs Flughafen, und es wurde kein Detail ausgelassen, also mit Parkhäusern, Taxistand etc.
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Gegen 16 Uhr war erstmals eine leicht abnehmende Menschenmenge zu spüren. Ab 18 Uhr war es recht angenehm. Als ich um 19.30 Uhr ging, ohne alles gesehen zu haben, hatte es immer noch reichlich Volk.
Mit der S-Bahn fuhr ich nach Altona zurück, holte mein Auto aus dem Parkhaus und fuhr um den Bahnhof herum, um mich dann in die Warteschlange für den Autozug nach Lörrach einzuordnen. Warten, ein paar Meter fahren, warten, Antenne abschrauben, Gepäck bereit machen, Ticket vorweisen, Fahrzeugausweis zeigen, und dann mit Anlauf die Rampe hoch und auf den Autowagen nach vorne fahren. Kaum angehalten, wurde das Auto schon fixiert. Ich gönne mir ein Schlafwagenabteil zur Alleinbenutzung, also musste ich dieses im Wagen 22, ein Doppelstockschlafwagen, suchen. Dann musste ich noch einmal zum Auto zurück, weil ich die Brille vergessen hatte.
Und nun fährt der Zug und ich werde nun versuchen, die Sitzbank zu einem Bett zu verwandeln. Das Ticket wollte bis jetzt niemand sehen, und es gilt ja Nachtruhe.
Mit diesem letzten Bild schliesse ich den Bilderbericht zu dieser herrlichen Norwegenreise definitiv ab. Ich hoffe, dass das Betrachten, Studieren und Geniessen der täglichen Berichterstattung Freude und vielleicht auch ein wenig Lust auf eine gleichartige Reise hervorgerufen hat.
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