
22. Reisetag
Sonntag, 22. März 2015: Dunedin - Oamaru
Die Wetterprognosen sagten unmissverständlich für den ganzen Sonntag Regen voraus, und nach der regenreichen Nacht tönte dies realistisch. Kaum zu glauben, aber am Morgen war es trocken, und so blieb es den ganzen Tag, selbst ein paar zögerliche Sonnenstrahlen waren wahrzunehmen. Und so wurde aus dem geplanten "Filmspartag" ein ganz normaler Reisetag mit einigen Eindrücken. Die zurückgelegte Distanz im Auto und zu Fuss betrug ca. 195 km, eher unter dem Durchschnitt der anderen Tage.
Punkt neun Uhr - wegen Sonntag und erwartetem Regen später als sonst - brachte die Managerin der Braestone Lodge, Sue, das Tablett mit dem Frühstück zum Appartment. Es hatte wiederum viel mehr darauf, als ich überhaupt essen konnte. Zum Bezahlen der Unterkunft musste ich in das Haupthaus, eine richtige Villa im Backsteinstil, die sehr attraktiv eingerichtet ist. Sue interessierte sich sehr für meine weiteren Reiseziele und erzählte, dass sie in einem Monat Grossmutter würde. Die Neuseeländer sind wirklich lockere, gesprächige Leute, die ganz normal und sympathisch wirken.
Mit den besten Wünschen von Sue verliess ich St. Leonard bei Dunedin und fuhr direkt ins Stadtzentrum. Bei meiner Ankunft sah ich ein wenig von Dunedin, gestern bei der Durchfahrt, nun wollte ich noch ein paar Minuten mehr dort verbringen. Trotz Sonntag hatten die Geschäfte in der Innenstadt offen, was sich zu lohnen schien, weil irgendwoher mehrere Busse als Kreuzfahrtschiff-Shuttle kamen und die Stadt mit Touristen überfluteten. Als sehenswert werden im Reiseführer das Rathaus, die Kathedrale St. Paul und das historische Bahnhofsgebäude aufgelistet.
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Dunedin ist der gälische Name für Edinburgh, daher war ein grosser Teil der Bevölkerung schottischen Ursprungs. Dunedin wird "Da-Ni-Den" mit Betonung auf dem "i" ausgesprochen. Eine gleichnamige Ortschaft befindet sich in Florida.
Nach dem Blitzbesuch in Dunedin war die Tunnel Beach angesagt. Die Neuseeländer haben offenbar eine hellseherische Gabe beim Finden von speziellen Zielen, für mich dürften die Wegbeschilderungen wesentlich besser sein. Um an die Tunnel Beach zu gelangen, nimmt man besten die "Southern Scenic Route", deren Anfangspunkt aber bekannt sein muss. Anhand eines Plans in einem Informationsbüros studierte ich den Weg ein, aber als ich dann mit dem Auto unterwegs war, sah alles anders aus und die Abzweigung der "Southern Scenic Route" war nirgends ausgeschildert. Daher musste ich ausserhalb der Stadt mit allen elektronischen Hilfsgeräten eine Standortbestimmung machen, und schliesslich war es das sonst wenig einfallsreiche Navigationsgerät, das mir den Weg zur Tunnel Beach Road zeigte. Auch diese Attraktion war nirgends angeschrieben, also ohne Navi nicht auffindbar.
Die Tunnel Beach ist eine Kalksteinklippe, die vom Meer so richtig behandelt wurde. Dank einem Tunnel und einer privat angelegten Treppe kann man an sehr eindrückliche Stellen gelangen, die man dann einfach vor der Flut wieder verlassen muss, sonst ist man während Stunden eingeschlossen.
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Da der Parkplatz rund 100 Meter über Meer liegt, folgte auf die eindrückliche Besichtigung eine ebenso eindrückliche Bergwanderung. Das ist der Nachteil solcher Besichtigungen an der Küste, dass das Vergnügen vor der harten Arbeit erfolgt...
Für die Weiterfahrt musste ich zunächst Dunedin durchqueren und dann dem Highway 1 nordwärts folgen. Ein Stück konnte alternativ auf einer kurvigen Küstenstrasse befahren werden, was ich dann auch tat, ich hatte heute ja genügend Zeit.
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Der nächste Punkt war das Hauptziel des heutigen Tages, nämlich die Moeraki Boulders. Das sind rund 50 grosse Steinkugeln, bis zu 2m im Durchmesser, die im und am Meer auf einem Strand liegen. Wie gewohnt werden solche Attraktionen touristisch ausgeschlachtet, das heisst, es hat einen riesigen Parkplatz, ein Café, einen Souvenirshop und viele Touristen. Als ich eintraf, waren gerade zwei Busse voll mit Maori-stämmigen Neuseeländern gelandet, die die für die Maori wichtigen Kugeln besichtigen wollten. Daher war es anfänglich nicht so einfach, Fotos zu machen, aber wegen der Flug stieg der Wasserspiegel, und es wurde immer schwieriger, auf die Kugeln zu klettern und das Problem löste sich von allein.
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Plötzlich war ich fast allein mit diesen Kugeln und konnte mich fotografisch uneingeschränkt austoben.
Im Café nahm ich einen grösseren Z'Vieri, so dass das Nachtessen auch schon fast abgedeckt war. Sie hatten dort so feine Lachs-Spinat-Pies, die wirklich gut schmeckten.
Bis zum Motel in Oamaru war es nicht mehr so weit. Dort wurde ich einmal mehr sehr freundlich empfangen, es wurde mir erklärt, wie das mit den Pinguninen hier läuft und wo man hinfahren soll. Ich war schon beim Durchqueren der Kleinstadt absolut verblüfft, besteht doch ein grosser Teil der Innenstadt aus schön restaurierten viktoriansichen Häusern, eines davon sogar mit "Opera House" angeschrieben.
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Nach der kurzen Stadtbesichtigung war dann ein Besuch an der Bushy Beach angesagt. Auf einem Weg hoch oben am Hang standen um die 100 Touristen, die mit Feldstecher, Teleobjektiv, Tablett und iPhone auf die Landung der Gelbaugenpinguine weit unten am Strand warteten. Tatsächlich schwamm plötzlich ein Pinguin an Land und watschelte aus dem Meer quer über den Strand. Das sah wirklich süss aus, aber für die meisten fotografisch unerreichbar:
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Es folgte dann noch ein zweiter, dann hatte ich mein Bedürfnis gestillt. Nun waren die Blaupinguine an der Reihe. Die leben in einem Revier am Rand der Stadt und verlassen das Meer erst beim Eindunkeln. Man kann das Revier abends besuchen, bezahlt viel Eintritt und sieht dann aus dem Versteck, wie die Pinguine vorbeispazieren. Das ganze ist aber mehr oder weniger wie im Zoo, zudem fuhren drei Reisebusse mit Touristen vor. Beim Motel hatten sie mir gesagt, dass meistens ein paar Pinguine den Eingang verfehlen und neben dem Revier landen und dann zum Revier watscheln. Wie die dann ins Revier kommen, ist mir unklar, da sie ja nicht fliegen können. So wartete ich wie viele andere beim Eindunkeln vor dem Eingang zur lokalen Touristenattraktion. Plötzlich wurde dann im Dunkeln ein so etwa 30 cm grosses Tier von einem Chinesen gesichtet, aber vor lauter wartenden Touristen wagte sich das Tier wahrscheinlich keinen Schritt mehr vorwärts oder rückwärts. Irgendeinmal fand ich das ganze ein wenig absurd und machte mich dann auf den Heimweg. Ich hoffe, das kleine Tierchen hat sein Zuhause noch unbehelligt erreichen können.
Und das ist die Reiseroute von Dunedin nach Oamaru:
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