
23. Reisetag
Montag, 23. März 2015: Oamaru - Omarama
Eine vergleichsweise kurze Etappe war für heute geplant. Da ich auf booking.com in Twitzel oder am Lake Tekapo keine bezahlbare Unterkunft fand, buchte ich in Omarama, so dass ich zwar an den Lake Tekapo eine längere Anfahrt haben werde, aber für nach Mt. Cook Village ist es nicht unbedingt weiter. Die Hauptstrassen in diesem Gebiet sind so gut ausgebaut, dass 30 km etwa 20 Minuten Fahrzeit erfordern.
Der Himmel war bedeckt, aber es war abzusehen, dass sich die Wolken heute zumindest zum Teil auflockern würden. Ich beeilte mich wirklich nicht am Morgen, ansonsten wäre ich ja schon vor dem Mittag in Omarama eingetroffen. Da ich im Hinblick auf die unklare Versorgungslage in den nächsten zwei Tagen einige Lebensmittel kaufen und den Tank wieder füllen wollte, schlug ich zuerst den Weg in die Innenstadt ein. Das Motel befand sich etwa 4 km ausserhalb des Zentrums entlang des Highway 1, der die Insel an der Ostküste von Nord nach Süden durchquert.
In der Stadt angelangt, blinzelte bereits die Sonne ein wenig durch die Wolken. Ich besuchte noch einmal die Innenstadt und vor allem das viktorianische Quartier, das ich gestern ausgelassen hatte. Einmal mehr war ich über die Schönheit dieses Orts erstaunt, da der ansonsten sehr kompetent wirkende Dumont-Reiseführer ausführlich auf die Pinguine eingeht, die tolle Architektur aber mit keiner Silbe erwähnt. So gab es eine weitere Fotoserie aus diesem Ort.
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Die Nord-Süd-Bahnlinie führt mitten durch die Stadt. Da es nur noch Güterverkehr gibt, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, wann ein Zug den Platz vor dem Rathaus überqueren würde. Immerhin war der Rost auf den Schienen, den ich gestern Sonntag noch entdeckte, zwischenzeitlich weggefahren, es gab also Güterzüge. Ebenfalls in der Stadtmitte endet die Museumsbahn, die jeden Sonntag fährt. Gestern hatte ich sie leider verpasst. Wenigstens der Bahnhof war da:
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Es scheint in Oamaru eine sehr aktive Künstlerszene zu geben. In den viktorianischen Häusern findet man zahlreiche Kunstgalerien. Die wohl auffälligste Kunstgalerie befindet sich direkt neben dem Bahnhof der Dampfbahn, davor eine Dampflok in einer etwas ausser Kontrolle geratenen Lage mit einem Bahnübergangsignal:
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Wenn man eine Zweidollarmünze einwirft, erwacht die Dampflokomotive zum Leben. Hierzu schaue man sich den nachfolgenden Film an:
Während ich beim Münzeinwurf noch allein war, kamen in den folgenden 60 Sekunden Touristen aus allen Richtungen dazu...
Schliesslich wiederholte ich die Fahrt auf die Aussichtsplattform am Rand der Stadt. Ganz lustig fand ich die Zufahrtsstrasse, die ganz gerade den Berg hinaufführte und regelmässig von Querstrassen gekreuzt wurde.
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Die Pinguine liess ich beiseite, da diese nun sowieso alle im Wasser waren.
Mit Hilfe des Navigationsgeräts suchte ich die richtige Strasse nach Omarama. Offensichtlich liebt das Navi die Ortschaft Oamaru nicht, denn schon gestern wurde ich kreuz und quer durchs Umland geführt, als ich das Motel suchte, und heute war es nicht anders. Ich fuhr durch gottverlassene Gegenden, um Tausend Kurven, zig-Mal links, dann wieder rechts. Wenn man von den entgegenkommenden Autos gegrüsst wird, dann weiss man, dass man irgendwo gelandet ist, wo sonst keiner durchfährt. Tatsächlich grüsste ein entgegenkommender Autofahrer, und die Frau mit dem Hund im Niemandsland grüsste auch. Die Erleichterung war gross, als ich dann doch noch auf dem Highway Nr. 83 landete. Dieser war dafür todlangweilig. Kilometerlang ging es durch einen topfebenen Talboden, ohne dass ich das Lenkrad bewegen musste.
Erst ab Kurow beginnt das Tal zu steigen, und ein Stausee folgt nach dem andern. Im Bereich des Lake Waitaki wurde die Gegend wieder wunderschön:
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Der nächste See Lake Aviemore ist ebenfalls ein Stausee mit einer grossen Staumauer, über die eine Strasse führt. Das mittlerweile schon recht schöne Wetter verzauberte die Gegend richtiggehend.
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Ich entschloss mich für die kleine Strasse rund um den See anstelle der Hauptstrasse, da ich mir ein paar schöne Landschaftsaufnahmen erhoffte. Kurz nach dem Überqueren der Staumauer entdeckte ich einen kleine See in einem Seitental, dem ich die ersten paar hundert Meter entlang ging. Einzelne Bäume zeigten schon leicht herbstliche Einfärbungen.
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Entlang dem Lake Aviemore gab es einige Bäume, deren Blätter schon den sommerlichen Grünton aufgegeben hatten. Ein bisschen Herbststimmung hatte ich mir für diese Reise gewünscht, und wenn schon, dann erhalte ich sie hier in der Höhe auf der Südinsel. Der Regenwald an der Meeresküste bleibt das ganze Jahr lang gleich grün. Ich genoss den herbstlichen Vorboten sehr, auch wenn meine innere Uhr ja auf Frühling programmiert ist.
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Der nächste Stausee ist der Lake Benmore, der mit einer grossen aufgeschütteten, natürlichen Staumauer abgeschlossen wird. Anhand der Installationen ist schnell ersichtlich, dass rund 20% der neuseeländischen Stromproduktion hier erfolgt. Von der Staumauer aus hat man einen grossartigen Ausblick über das Tal.
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Da der Lake Benmore die Form eines "V" einnimmt, kann er von der Staumauer aus nur zur Teil gesehen werden. Die Strasse nach Omarama führte wunderschön entlang einem Seitenarm des Sees, so dass ich noch ein paar weitere Bilder, zum Teil wieder mit herbstlichen Farben, machen konnte.
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Omarama, der Ort meiner beiden nächsten Unterkünfte, ist eine Strassenkreuzung mit einer Tankstelle, einem kleinen Supermarkt, ein paar Restaurants, eine Handvoll Häuser, ein paar Motels und sonst nichts. Im Reiseführer wird Omarama als Ort beschrieben, wo man eine Pinkelpause einlegt. Gleich bei der Strassenkreuzung steht ein übergrosses Schaf, das bei den vorbeireisenden Touristen ein beliebtes Fotosujet darstellt. Eine Schönheit ist es nicht unbedingt...
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Da es noch etwas früh war, um das Appartement im Motel zu beziehen, machte ich einen Ausflug zu den Clay Riffs in ca. 10 km Distanz. Die Fahrt führte fast auf der ganzen Länge über Naturstrassen. Ich war der Ansicht, es hätte sich gelohnt, diesen Abstecher zu machen.
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Zurück in Omarama suchte ich mein Motel und bezog mein Appartement. Das mittlerweile schon fast wolkenlos schöne Wetter war der Grund, dass ich noch nicht Feierabend machte, sondern noch einmal ins Auto sass und via Twitzel an den Lake Pukaki fuhr. Zwar ist das auch die für morgen geplante Destination, aber falls es nicht mehr so schön ist, dann wäre ich wenigstens schon mal dort gewesen. Auf halbem Weg von Omarama nach Twitzel (30km) erblickt man in der Ferne den Mt. Cook, der alles andere überragt. Vom Lake Pukaki blickt man direkt hinüber zum Mt. Cook, wobei die Luftdistanz immer noch 75 km beträgt. In den Südalpen hingen noch viele Wolken, so dass vom Mt. Cook nur ein Teil zu sehen war.
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Damit war der offizielle Teil abgeschlossen und ich konnte mich der Einrichtung meines Appartements annehmen. Die Reiseroute folgt natürlich auch heute:
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