
29. Reisetag
Sonntag, 29. März 2015: Palmerston-New Plymouth
So wie es diese Nacht geregnet hatte, erwartete ich für heute einen absoluten "Filmspartag", d.h. Wetter, bei dem der Fotoapparat lieber im Trockenen bleibt. Dass ich dann doch noch einige Stunden Sonne hatte und sogar mit einem Oldtimertram fuhr, hätte ich am Morgen wirklich nicht gedacht.
Die Wolkendecke war tatsächlich nicht mehr so kompakt, als ich am Morgen einen ersten Augenschein nahm. Dies gab mir doch die Hoffnung, nicht den ganzen Tag im strömenden Regen verbringen zu müssen.
Nach dem Morgenessen und dem Auschecken fuhr ich zuerst einmal zum Bahnhof von Palmerston North, da heute einer der drei Wochentage ist, an dem der einzige Personenzug von Wellington nach Auckland fährt. Der Bahnhof war dank google maps zu finden, ansonsten hat er im Alltag von Palmerston North keine Bedeutung. Der Zug stand schon im Bahnhof und wartete seine Zeit bis zur Weiterfahrt ab. In der Tat waren nur wenige Plätze belegt, so dass diese touristische Leistung wohl kaum finanziell erfolgreich ist. Punkt 10.05 setzte sich die Diesellok mit den 5 Wagen in Bewegung. Leider war nur eine Aufnahme direkt von vorne möglich bei relativ ungünstigen Lichtverhältnissen.
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Obwohl man nichts verpasst, wenn man Palmerston North nicht besucht, fuhr ich ins Stadtzentrum zurück und machte noch ein paar Erinnerungsbilder. Die Sonne kam und ging, je nachdem wie sich die Wolken am Himmel bewegten.
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Die nächste Destination war die Stadt Wanganui, über die viel Gutes im Reiseführer stand. Da ich heute nicht in Eile war, verliess ich die Hauptstrasse und steuerte das Stadtzentrum an. Auf dem Weg dorthin las ich einen Wegweiser "Outlook place and elevator", was gleich mein Interesse weckte. Dass dann oben auf dem Hügel kein weiterer Wegweiser stand, ist wieder mal typisch neeseeländisch, dafür gab es einen Wegweiser zum "War Memorial", und damit war die gleiche Destination gemeint. Der Reiseführer half mir auf die Sprünge, nachdem ich weit ausserhalb der Stadt wendete.
1919 wurde ein Lift auf den Durie Hill gebaut, damit die Bewohner des Quartiers dort oben schneller in die Stadt runter kamen. Der Lift hat oben eine turmartige Station (mit Aussichtsplattform auf dem Dach), führt senkrecht nach unten und hat unten einen etwa 250m langen Stollen.
Es hatte soeben zu regnen aufgehört und eine grosse Aufhellung bewegte sich auf die Stadt zu. Anfänglich wollte ich auf dem Turmdach warten, bis die Sonne schien, merkte aber, dass das noch zu lange geht. So fuhr ich mit dem bedienten Lift hinunter und besuchte das Stadtzentrum. Es war also eine spezielle Form von "Park and Ride".
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Die Stadt verfügt über zahlreiche historische Gebäude, deren Wert erkannt wurde, so dass sie heute ein wunderbares Ensemble bilden. Die Stadt wird zudem mit viel Blumen und Verschönerungsmobiliar bereichert. Meiner Meinung nach ist Wanganui die schönste Stadt, die ich bisher in Neuseeland gesehen habe. Selbst ein Opera House gibt es dort.
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Ich wollte nun wieder zurück zu meinem Auto, blieb auf der Brücke des River Wanganui noch kurz stehen, um ein Foto zu machen. Irgendwo musste es noch ein Dampfschiff haben, das ich aber nirgends entdecken konnte. Dies bewog mich, doch noch schnell ans Flussufer zu gehen. Auf dem Weg dorthin sah ich unter Bäumen ein Oldtimertram stehen, das ich von weitem als statisches Objekt einschätzte. Nein, im Gegenteil, drei Männer in Uniformen sassen neben dem Tram und verkauften Tickets. Ich stellte umgehend fest, dass die Tramstrecke gerade einmal 100m lang war, und fragte nach der nächsten Abfahrt. Wenn ich ein Ticket lösen würde, dann würden sie gleich fahren. Gesagt, getan. Nach 5 Minuten war der Spass zu Ende. Ich hätte noch eine zweite Fahrt zu gut, meinten die drei, worauf ich sagte, sie sollen fahren und ich möchte ein Foto unterwegs machen. Das klappte dann wunderbar. Ebengerade tuckerte ein kleines Dampfschiff an den Landungssteg am River Wanganui. Für ein Bild war ich zu spät, schliesslich war ich mit dem Oldtimertramfahrzeug beschäftigt.
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Das Dampfschiff Waimarie ist ein Raddampfer, wird mit Kohle befeuert und hat Baujahr 1889. Offenbar gab es heute nur die eine Rundfahrt, die um 11 Uhr startete und um 13 Uhr endete, da das Personal eindeutig das Schiff ausräumte und nicht für eine nächste Fahrt bereit machte. Damit ich wenigstens halbwegs ein brauchbares Bild von diesem Bijou machen konnte, musste ich auf die andere Flussseite gehen, was einige Minuten Marschzeit kostete.
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Mit dem historischen Aufzug bezwang ich die Höhendifferenz zum Auto. Es gab einen abschliessenden Panoramablick über die Stadt Wanganui, einen Blick zum "War Memorial", dann folgte die Weiterfahrt.
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Bei der Weiterfahrt entdeckte ich am Stadtrand von Wanganui eine schöne Parkanlage mit einem künstlichen See. Es handelt sich um den Virginia Lake, der sehr reich an Wasservögeln ist und ein schönes Wasserspiel in der Seemitte hat. Es waren mehrere Männer mit ihren ferngesteuerten Segelboten anwesend, und die Schiffe drehten ihre Runden zwischen den Enten, ohne dass diese eine Reaktion zeigten.
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Die Reise führte der Küste entlang (leider etwas im Landesinnern und praktisch nie direkt am Meer entlang), bis ich in der Ortschaft Manaia einen Wegweiser zu den Dawson Falls sah. Ich hatte wieder einmal Lust auf einen Wasserfall, daher folgte ich dem Wegweiser. Die Fahrstrecke bis zu den Dawson Falls war dann viel länger, als ich das erwartet hatte, und der Wasserfall hielt sich bezüglich Attraktivität in Grenzen.
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Vom Meer her gelangten sehr feuchte Wolken aufs Festland, die sich dann am Mt. Taranaki stauten. Daher regnete es bei den Dawson Falls, was das Fotografieren erschwerte. Nach ein paar Aufnahmen versorgte ich den Fotoapparat im Rucksack und setzte die Fahrt in Richtung New Plymouth fort. Zwischenzeitlich schüttete es in Kübeln, dass selbst der Scheibenwischer auf der schnellsten Stufe nicht mehr nachkam. Und wenige Kilometer später befand man sich wieder im spätsommerlichen Sonnenlicht.
Es bestand absolut keine Möglichkeit, heute den Mt. Taranaki zu sehen, da der kegelförmige Berg vollständig in Wolken eingehüllt war. Auf meiner Fahrt nach New Plymouth hatte ich ihn fast umrundet, aber die Wolken verhinderten die Sicht auf ihn.
Eingangs von New Plymouth findet man schöne Küstengebiete und den Paritutu Rock, ein spitzer Hügel, der im Meer noch ein paar ähnliche Brüder hat. Die Nachmittagssonne erzeugte in dieser Gegend einige schöne Stimmungen. Es gibt einen Weg auf den Paritutu Rock, der bis etwa auf 2/3 der Höhe gut ausgebaut ist und dann in eine Kletterübung mit Ketten übergeht. Aber selbst von 2/3 Höhe hat man einen schönen Ausblick auf New Plymouth, aber natürlich keinen 360° Rundblick.
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Das Wetter zeigte sich hier absolut wechselhaft. Zwischendurch war wunderschönes Wetter, dann zogen tropfnasse Wolken vom Meer aufs Land, die sich wolkenbruchartig entleerten, dann wurde es wieder sonnig. Nach dem Bezug meines Motel-Appartments ging gerade ein solcher heftiger Regenschauer nieder, der half, mein so schmutziges Auto ein wenig zu waschen.
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Ich spazierte gleich anschliessend ins Stadtzentrum und suchte mir ein feines Lokal für das Nachtessen aus.
Die heutige Reiseroute:
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