
32. Reisetag
Mittwoch, 1. April 2015: New Plymouth - Thames
Es ist einfach schöner, bei schönem Wetter herumzureisen, das macht definitiv mehr Spass. Und heute war so ein schöner Tag, schöner als ich ihn erwartet hätte.
Wegen dringender Arbeiten an diesem Reisetagebuch kam ich heute Morgen nicht so rassig auf die Piste, wie ich es eigentlich hätte tun wollen. Das Internet im Motel funktionierte nicht lückenlos, daher verlor ich einige Zeit.
Anfänglich waren noch einige Wolken zu sehen, als ich mich bei Tageslicht über das Wettergeschehen draussen informierte. Doch nach und nach lösten sich diese Wolken auf, bis sie allesamt verschwunden waren. Dann ging auch ich auf die Reise. Mein erstes Ziel, wie könnte es auch anders sein, war einmal mehr der Stausee Mangamahoe (jedes Mal muss ich im Reiseführer diesen Namen heraussuchen!), schliesslich war der Mount Taranaki nun endlich einmal komplett wolkenfrei. Drei Tage habe ich nun auf diesen Moment gewartet. Nebst dem typischen Fotosujet gibt es dort jede Menge von Tieren, die auch ganz herrliche Bilder geben, so zum Beispiel das in der Wildnis lebende Huhn, das mich jedesmal beim Parkplatz begrüssen kam, die schwarzen Schwäne mit den Jungen oder die Enten aller Varianten.
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Da ich mich so nah davon befand, nur etwa 20 km, fuhr ich noch einmal zum Mt. Taranaki Vistors Centre am Fuss des Mt. Tamaraki. Die kurvenreiche Fahrt durch den Regenwald hatte sich heute auch wieder gelohnt. Je näher ich dem Vulkanberg kam, desto eindrücklicher wurde er.
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Obwohl man sich beim Besucher-Center bereits schon auf 960 m Höhe befindet, bleiben noch etwas mehr als anderthalb Tausend Höhenmeter, will man bis zum Gipfel hinaufwandern. Das wäre dann mal was für den nächsten Neuseeland-Besuch.
Nun war bereits schon fast Mittagszeit und es galt, definitiv diesem magischen Berg auf Wiedersehen zu sagen. Ich fuhr also wieder talwärts und dann auf dem Highway 3 in nordöstlicher Richtung. Mein heutiges Ziel war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschliessend definiert, aber irgendwo südlich von Auckland sollte es sein.
Das erste Zwischenziel waren die White Cliffs. Über mehrere Kilometer erstecken sich helle Klippen, die mit dem schwarzen, da eisenhaltigen, Sand der Küste stark kontrastieren. Bei einem Prachtstag wie heute könnte man sich einen ganzen Tag allein diesen White Cliffs widmen, ich hatte nur eine knappe Stunde vorgesehen. Aber es war ein Prachtsflecken!
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Der Highway 3 folgt nur stellenweise der Küste, sonst führt er meist durch das Landesinnere. Ist er einmal in Küstennähe, dann findet man immer wieder herrliche Landschaften. Dank dem sehr dünnen Verkehr konnte ich problemlos anhalten und Fotos machen.
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Dann musste ich einen schwierigen Entscheid fällen. Der schnellste Weg nach Hamilton wäre über den Highway 3 gewesen, der aber für die nächsten 150 km alles durchs Landesinnere führt. Alternativ gab es eine einfache Strasse in Küstennähe, die nur wenig länger ist (distanzmässig), aber wegen der grossen Anzahl Kurven wesentlich mehr Fahrzeit benötigt. Ausserdem ist sie nicht durchgehend asphaltiert.
Ich entschied mich dann für die landschaftlich schönere Route und nahme die vielen Kurven, Steigungen, Gefälle und 12 km Naturstrasse in Kauf. Zwar führte die Strasse anfänglich recht lange durch den Regenwald, das hiesst ohne irgendwelche Aussicht, doch das änderte sich dann und die Landschaft war herrlich zum Geniessen. Dieser Highway führte durch eine menschenleere Gegend, die noch mehr vergessen war als diejenige des gestrigen Forgotten World Highway. Auf 80 km kreuzte ich 5 Autos, einmal liess ich einen überholen, da ich kein Verlangen hatte, einen Geschwindigkeitsrekord auf dieser Strecke zu erzielen. Inmitten der lieblichen Landschaft mit vielen Hügeln hatte ich plötzlich eine Schafherde vor mir. Es brauchte viel Zeit, bis ich dort durch war, da die Schafe kreuz und quer auf der Strasse herumliefen.
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Ein weiteres Highlight dieser Strecke waren die Marokopa-Wasserfälle, die ab der Strasse in 5 Minuten zu erreichen sind.
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Ein nächstes Highlight folgte sogleich. Die Piripiri Caves sind Tropfsteinhöhlen, die zwar mit einem praktischen Laufsteg ausgestattet sind, aber über keinerlei Beleuchtung verfügen. Ich machte den Versuch, das Bild eine halbe Minute lang zu belichten, und mit der Taschenlampe, die ich immer im Rucksack dabei habe, leuchtete ich die Stalaktiten ein wenig an. So gelangen die nachfolgenden Bilder.
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In kurzem Abstand folgte das dritte landschaftliche Highlight, das fotografisch jedoch kaum festgehalten werden kann. Eine natürliche Brücke überspannt eine enge Schlucht. Für die Besucher wurden wunderschöne Laufstege und Holztreppen errichtet, wie bei den meisten touristischen Sehenswürdigkeiten.
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An den Strassen, die vor allem im touristischen Verkehr befahren werden, findet man in unregelmässigen Abständen kleinere und grössere Rastplätze mit Tischen und Bänken und teilweise sogar mit WC. Diese nützlichen Rastplätze benütze ich immer wieder, wenn ich nach langer Fahrt etwas ausruhen muss. Heute waren einige mit einem Fernseher ausgerüstet, was mich sehr erstaunte. Ein Einheimischer klärte mich über den Grund auf: wegen eines wichtigen Rugby-Spiels gegen den Erzrivalen Australien, das alle anschauen wollen, werden die am besten frequentierten Rastplätze kurzfristig mit Fernsehern versehen. Ich bin stolz, dass es mir gelang, von dieser ganz besonderen Situation ein Bild zu machen.
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In Waitomo endete der Spass mit der kurvigen Nebenstrasse, die Reise ging nun mit dichtem Verkehr über den Highway 3 weiter. Mehrere Baustellen, viele Lastwagen und andere störende Strassenobjekete kosteten relativ viel Zeit auf der restlichen Strecke bis Hamilton. In Hamilton entschloss ich mich, heute noch bis Thames auf der Halbinsel Coromandel weiterzufahren, und so suchte ich mit meinem Handy auf booking.com dort ein Hotel oder Motel. Ich fand dann ein Motel, das noch auf Gäste wartete, und buchte für eine Nacht.
Die Fahrt von Hamilton nach Thames erfolgte navi-gesteuert und führte über zahlreiche Nebenstrassen. Dort kam ich gut vorwärts, da ich sowieso immer der einzige Autofahrer auf weite Sicht war. Die Strecke führte etwas kreuz und quer durch die Landschaft, aber am Schluss fand ich dann zum Ziel. Nach dem Zimmerbezug fuhr ich noch schnell in die Innenstadt von Thames, um mich beim Chinesen zu verpflegen.
Zum Abschluss wieder einmal die Reiseroute:
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