
34. Reisetag
Karfreitag, 3. April 2015: Whangarei - Mangonui
Viel blauer Himmel und ein wenig Wolkengeschleier, so präsentierte sich heute Karfreitag das Wetter ganz im Norden von Neuseeland. Natürlich freute ich mich sehr darüber.
Die erste Station war noch in der Ortschaft Whangarei, wo ich übernachtet hatte. Ich wollte den Weg nordwärts eigentlich ohne Navigationsgerät finden, traf dann aber auf die Wegweiser "Whangarei Falls" und entschied, zuerst einmal diese Wasserfälle anzuschauen. Sie werden ja sogar in meinem Reiseführer beschrieben. Es wimmelte dort wieder einmal von Touristen, sogar Schweizerdeutsch war zu hören.
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Angesichts der langen Fahrt ans Cape Reinga zur nördlichsten Spitze der Nordinsel wollte ich unterwegs möglichst keine Halte machen, da ich ja dann auf dem Rückweg das eine oder andere noch anschauen konnte. In der Ortschaft Kawakawa fiel mir die bunte und belebte Hauptgasse mit den Ladengeschäften auf, und es führte mitten in der Strasse ein Eisenbahngleis durch das Zentrum. Auf einem Plakat las ich von einem Vintage Train, und am Ende der Strasse stieg Rauch einer Dampflok auf. Da musste ich anhalten. In der Tat stand im Bahnhöfchen eine Dampflok mit zwei Wagen zur baldigen Abfahrt bereit. Sehr weit scheint die Fahrt nicht zu führen, denn nach 20 Minuten ist der Zug schon am Ziel. Ich wartete die Abfahrt des Dampfzugs ab, um ein Foto zu machen.
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Danach ging die Fahrt wirklich quasi nonstop weiter bis zum Cape Reinga, schliesslich galt es noch 220 km zu überbrücken. Es gab immer wieder Kolonnenfahrten, weil ein Langsamer nicht überholt werden konnte. Erst auf dem letzten Stück von Kaitaia bis ans Ende der Strasse, ca. 110 km, war ich dann fast und zeitweise sogar ganz allein auf der Strasse. Dennoch wollten diese 110 km kein Ende finden. Es ist erstaunlich, dass man pro Stunde nur etwa 80 km schafft, obwohl man lange Strecken mit gut 100 km/h befahren kann. Jedes Abbremsen vor engen Kurven, zum Glück immer mit einer empfohlenen Geschwindigkeit angekündigt, kostet wertvolle Sekunden.
Das Cape Reinga ist der nördlichste einfach zu erreichende Punkt. Geografisch korrekt bildet das North Cape den wirklich nördlichsten Punkt, aber da müsste man ca. 30 km zu Fuss dorthin zurücklegen. Auch wenn die Strasse zum Cape Reinga kaum befahren war, war der Parkplatz sehr gut besetzt. Wiederum trafen sich alle Touristennationen, insbesondere Chinesen, Deutsche und Inder.
Cape Reinga befindet sich auf 34°25' südliche Breite, was in Europa etwa der Insel Kreta entsprechen würde (bezogen auf die nördliche Halbkugel).
Am Cape Reinga geniesst man einen schönen Ausblick sowohl auf das tasmanische Meer als auch auf den Pazifik. Dort wo die Wassermassen beider Meere aufeinander stossen, sieht es aus wie in einem Whirlpool mit starken Verwirbelungen der Wassermassen. Mit einem allzu kleinen Schiff sollte man also dort nicht durchfahren, das könnte sonst kritisch werden. Das Fotosujet Nr. 1 ist der Leuchtturm mit dem üblichen Wegweiser mit den Distanzangaben. Es war kaum möglich, den Leuchtturm ohne Touristen davor aufzunehmen, da sich diese gegenseitig in allen Kombinationen abfotografierten. Alle die schönen Buchten und Strände, die von hier zu sehen waren, blieben dafür wohl unfotografiert, und zu Hause hat man dann auf 500 Bildern immer die gleichen Personen drauf. Cape Reinga ist wirklich ein schöner Ort.
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Südlich des Cape Reinga hat es zwei Sehenswürdigkeiten. Entlang der Küste zum Tasmanischen Meer hat die Natur gigantische Sanddünen aufgeschichtet, die nun Spielplatz für Jung und Alt geworden sind. Es werden vor Ort Bobs (ähnlich wie wir es vom Wintersport her kennen) oder flache Kissen verliehen, damit man zu Fuss die hohen Dünen erklimmen und bäuchlings herunterrutschen kann. Ich selber verzichtete auf die Miete eines Rutschobjekts, da dies nicht kompatibel mit dem Rucksack und der Fotoausrüstung gewesen wäre, aber ich liess es mir nicht entgehen, eine hohe Düne zu begehen. Es ist saumässig mühsam, durch den weichen, sehr feinen Sand zu waten und dann noch einen Sandhang zu erklimmen. Man rutscht pro Schritt etwa einen halben wieder ab. Leider liess mich die Sonne dort im Stich. Genau über dem Gebiet der grossen Dünen hockte eine Ansammlung schwarzer Quellwolken, die sich absolut nicht bewegten.
Bei diesen gigantischen Dünen beginnt die "Ninety Mile Beach", ein Küstenabschnitt von etwa 60 km Länge, der offiziell befahren werden darf und Teil des nationalen Strassennetzes ist. Es erklärt sich von selber, dass man auch das richtige Auto dazu braucht, sonst kommt man nicht beliebig weit. Es wird bei der Einfahrt auf diesem Verkehrsweg auch deutlich darauf hingewiesen, dass man Sandbänke mit grosser Geschwindigkeit durchfahren muss und dass schon die Anfahrt an die Küste durch ein Flussbett hindurch führt. Ich nehme an, dass schon das eine und andere Mietauto abgeschleppt werden musste, weil einer nicht widerstehen konnte, mal dort durchzufahren. Eine Notwendigkeit, diese "Strasse" zu benützen, besteht absolut nicht, schliesslich führt der gut ausgebaute Highway 1 im Landesinnern parallel dazu.
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Die normale Strasse verläuft alles im Landesinnern mit entsprechend vielen Kurven, Steigungen und Gefällen. Wegweiser zeigen immer wieder den Weg an einen Strand an. Die Rarawa Beach war über eine nur vier Kilometer lange Strasse erreichbar, daher wählte ich diesen Strand aus. Es hatte auf dem Parkplatz fünf Autos und auf dem Strand verteilt noch einmal fünf Autos. Es ist in Neuseeland üblich, dass man mit dem Auto auf den Strand fährt, sofern die Verhältnisse es erlauben.
Die Rarawa Beach ist ein schöner Strand, der Platz für sehr viele bieten würde. Ich nehme an, im Sommer wird hier wesentlich mehr los sein. Die Aussicht auf das Meer, die Wellen die auf die Steine am Ufer prallen, das Rauschen der Wellen, einfach schön.
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Die Strasse auf der Halbinsel zum Cape Reinga führt wie schon erwähnt mehr oder weniger immer durch das Landesinnere. An einzelnen Stellen lohnte es sich, für ein Foto anzuhalten.
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Auf leeren Strassen gelangte ich an die Doubtless Bay zur Ortschaft Mangonui, wo ich ein Appartement in den Coopers Beachfront Suites für eine Nacht reserviert hatte. Der Vermieter erkundigte sich, von wo genau aus der Schweiz ich kommen würde, denn er hat einen Bezug zur Schweiz: er heiratete vor 35 Jahren eine Winterthurerin. Die beiden Söhne hätten nebst dem neuseeländischen Pass auch den schweizerischen.
Ich erhielt ein Zweizimmer-Appartement mit Aussensitzplatz, zudem hatte ich in wenigen Schritten Zugang zum Strand. Es war wirklich wunderschön, effektiv sehr schade, dass ich nur eine Nacht hier verbringen konnte.
In Mangonui suchte ich ein Restaurant für das Nachtessen auf, dann ging es zurück zu meiner Bleibe für diese Nacht. Angesichts des Fast-Vollmonds, der aber meist hinter Wolken versteckt war, entschloss ich mich noch für ein paar Nachtaufnahmen am Strand. Ich wollte noch ein paar Sachen ausprobieren, so zum Beispiel das "Light Painting", d.h. mit einer Taschenlampe eine Zeichnung machen und das alles bei einer Langzeitbelichtung festhalten. Oder ich fotografierte Bäume und Landschaften und hellte den Vordergrund mit der Taschenlampe auf. Leider hatte es zu viele Wolken für echte Vollmondbilder.
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Darf auch heute nicht fehlen: die Reiseroute
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