
2. Reisetag
Samstag, 21. Juli 2012
Kassel-Herning
Für die rund 300 km lange Strecke bis Hamburg hatte ich 3 1/4 Std. geplant, aber ich brauchte eine ganze Stunde mehr. Während am Vortag ein ganzer Lastwagenkonvoi unterwegs war, waren es heute nun vorwiegend dänische Wohnmobile und Wohnwagen. Da die Autobahn grösstenteils dreispurig ist, stören Lastwagen und Wohnwagen eigentlich nur dann, wenn sie sich gegenseitig zu überholen versuchen.
Zwischen Kassel und Hamburg waren es nicht die Brückenbauwerke, die zu sanieren sind, sondern kilometerlange Fahrbahnabschnitte. Während mein Navi anfänglich ausrechnete, dass ich bei Abfahrt um 8 Uhr in Kassel etwa 13.30 Uhr in Billund beim Legoland eintreffen sollte, korrigierte es meine Ankunftszeit laufend. Der Grund lag in den kilometerlangen Staus bei Hannover, in Hamburg und bei Rendsburg. Das war unbeschreiblich, wie viele Autos heute auf der Autobahn nordwärts unterwegs waren. Solche Staus gehören in Deutschland eben zur Tagesordnung.
Die Deutschen haben ein spezielles Benehmen auf der Autobahn. Rücksichtnahme spürt man wenig, jeder schaut nur für sich. Bei Staus oder dichtem Verkehr gibt es Fahrer, die jeden Trick anwenden, um ein paar Sekunden zu gewinnen, meist durch fortlaufende Spurwechsel, Rechtsüberholen oder illegal auf dem Pannenstreifen Überholen. Ein Spurwechsel wird häufig sehr abrupt und ohne Ankündigung vorgenommen, ungeachtet ob einer schnell von hinten kommt. Was ich von der A1 zwischen Spreitenbach und Dietikon kenne, ist im Vergleich dazu gesittet.
Die Durchquerung von Hamburg auf der A7 ging nur centimeterweise voran, erst mitten im Elbetunnel löste sich der Stau plötzlich auf. So hatte ich wenigstens die Gelegenheit, die Kräne des Elbehafens in Hamburg etwas zu studieren, schliesslich ist Zürich ja noch auf der Suche nach einem solchen Kran.
Die durch die Staus entstandene Verspätung war so gross, dass ein Besuch im Legoland keinen Sinn mehr gemacht hätte. So entschied ich mich, zur Insel Rømø zu fahren und einen Hauch Sylt zu erleben.
Rømø ist über einen aufgeschütteten Damm mit dem dänischen Festland verbunden und dadurch eigentlich eine Halbinsel. Das Gleiche gilt für die daneben liegende deutsche Halbinsel Sylt. Während Rømø auf der Strasse erreichbar ist, hat Sylt nur eine Bahnverbindung. Autofahrer müssen also einen recht weiten Umweg über Dänemark machen und dort die Fähre nach Sylt nehmen. Anbei ein paar Bilder aus dieser Gegend:
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Von Rømø musste ich noch nach Herning in Jütland fahren, was etwa anderthalb Stunden in Anspruch nahm. Die dänischen Hauptstrassen waren praktisch leer - welche Wohltat nach den deutschen Autobahnen - und so kam ich zügig voran.
Das Wetter wurde, je weiter ich nach Norden gelangte, stets besser. Die Temperatur auf der Insel Rømø betrug jedoch nur 16 Grad.
Und hier folgt die Reiseroute von heute, aufgeteilt auf zwei Karten:
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