
4. Reisetag
Montag, 23. Juli 2012
Kristiansand-Heddal-Rjukan
Die Ankunft der Fähre aus Hirtshals in Kristiansand gehört kalendarisch zum vierten Reisetag, da sie um Mitternacht stattfand. Zehn Minuten vor der Ankunft wurden die Passagiere aufgerufen, zu den Autos zurückzukehren. Bis ich endlich an der Reihe war, ab der Fähre zu fahren, verstrichen weitere 30 Minuten, dann wollte der norwegische Zoll noch jedes einzelne Fahrzeug vorbeifahren sehen, was einen langen Stau verursachte. So war es etwa 1 Uhr in der Nacht, als ich beim nahegelegenen Hotel eintraf und einchecken konnte. In Kristiansand herrschte stürmischer Wind und Nieselregen.
Am heutigen Morgen war der Wind abgeflaut, aber der Nieselregen hielt an. Etwa um 10 Uhr 15 startete ich die Reise durch die Telemark bis nach Rjukan. Die erste aussergewöhnliche Situation erlebte ich, als plötzlich mein Navi mitten in Kristiansand entsetzlich zu piepsen begann, was ich vermutlich etwas zu spät interpretieren konnte. Das treue Gerät wollte mich vor einer fest installierten Messkamera warnen, wirklich nett und hoffentlich grundlos.
Anfänglich benützte ich die E18, die von Stavanger via Kristiansand nach Oslo führt. Bald einmal forderte mich das Navi auf, diese Strasse zu verlassen und der Hauptstrasse 41 zu folgen. Was in Norwegen als Hauptstrasse gilt, wäre in der Schweiz bereits eine Nebenstrasse. Der kaum vorhandene Verkehr machte die Fahrt sehr angenehm, und die vielen Kurven und Steigungen verliehen viel Abwechslung. Je weiter ich ins Landesinnere vordrang, desto spärlicher wurden die Niederschläge, bis sie aufhörten und die Sonne ab und zu einen scheuen Blick durch die Wolkendecke machte. Das war ein richtiger Aufsteller, und die wunderschöne Landschaft zügig zu durchqueren war ein echtes Vergnügen. Wenn es mir irgendwo gefiel, hielt ich bei der nächstmöglichen Gelegenheit an, um die Landschaft zu geniessen. Das war bei früheren Reisen nicht möglich, da der Bus keine Fotohalte kennt.
Die Telemark im Süden Norwegens ist eine dünn besiedelte, hügelige und bewaldete Landschaft, die im Norden durch die Hardangerhochebene abgeschlossen wird. Zahlreiche Seen und viele Flüsse bereichern die liebliche Gegend:
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Ich wollte unbedingt wieder einmal bei der Stabkirche von Heddal vorbei. Das letzte Mal war ich am 1.8.2002 dort, doch die Kirche befand sich in Restauration und war teilweise mit Baugerüsten versehen. Wunderschön stand heute die Holzkirche da, ohne Gerüst und nur mit wenigen Touristen.
In ganz Norwegen haben 28 Stabkirchen bis heute überlebt. Aufgrund ihrer speziellen Bauart gelten sie als besonderes Kulturgut, weshalb sie mit viel Aufwand unterhalten werden. In Heddal in der Telemark steht wohl die schönste Stabkirche, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist.
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Für die Fahrt nach Rjukan wählte ich die Bergstrasse über den Gaustablikk anstelle der im Tal verlaufenden Hauptstrasse. Die Strasse stieg bis über die Baumgrenze, führte über einen kargen Gebirgspass und offenbarte mehrmals eine schöne Aussicht. Auf der Passhöhe regnete und windete es leider wieder.
In Rjukan suchte ich das Hotel auf, das heute Park Hotel heisst, bei meinem letzten Besuch vor 10 Jahren noch das Rjukan Hotell war.
Dies war die Route des vierten Reisetags:
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