
14. Reisetag
Donnerstag, 8. August 2013
Karasjok - Kiruna
Dreiländerfahrt heute! Nachdem der Routenplaner für die Strecke Karasjok-Kiruna 456 km berechnete, nahm ich die ganze Strecke ins heutige Programm.
Zunächst machte ich noch den geplanten Rundgang durch Karasjok, was mit Hilfe des Autos gute 10 Minuten beanspruchte.
Durch Karasjok fliesst der Fluss Tana, dem ich letztmals am 12. Reisetag bei Tana Bru begegnet bin. Eine Hängebrücke führt über den breiten Fluss, der im Februar 2002 bei meiner letzten Reise nach Karasjok als Highway für die Motorschlitten diente. In der Nähe der Brücke stellte ich fest, dass man Karasjok auch ohne Flughafen per Flugzeug erreichen kann. Dies scheint in Norwegen möglich zu sein.
Auf meiner nächsten Norwegenreise werde ich auch mit dem Wasserflugzeug herumreisen. Den nötigen Ausweis mache ich schnell über den kommenden Winter...
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Die "Nachbarstadt" Kautokeino ist wie Karasjok eine Hochburg der Samen. Sie liegt in etwa 130 km Distanz zu Karasjok. Kurz nach Abfahrt in Karasjok riss die Wolkendecke auf, so dass ich bei meist sonnigem Wetter über die eher eintönige Strasse durch die gottverlassene Gegend nach Kautokeino gelangte. Es ist schon erstaunlich, dass man so abseits leben kann ohne eine grössere Stadt in der Nähe.
![]() |
Im Supermarkt in Kautokeino, wo man das gleiche Sortiment wie von Oslo bis Nordkapp erhält, war eine alte Frau in einer typischen samischen Tracht vor mir an der Kasse und agierte etwas umständlich. Sie sprach mit der Kassierin Samisch, ein absolut unverständliches Kauderwelsch. Ich hoffte, ich würde sie draussen dann noch unauffällig fotografieren können, fand sie aber vorerst nicht mehr, bis sie mit dem VW-Bus an mir vorbeifuhr.
Kaum war ich weggefahren, kam mir eine Person in samischer Kleidung auf einem Mofa entgegen.
Rund 35 km später verliess ich Norwegen und reiste in die EU ein. An der Grenze zu Finnland hat es noch richtige Zollstationen. 150 km später verliess ich Finnland schon wieder, nun über einen typischen EU-internen Grenzübergang mit stillgelegter Zollstation.
Die an der finnischen Grenze beginnende E45 war wie alle Strassen zuvor völlig verkehrsfrei. Weniger toll war die 25 km lange Baustelle mit Schotterpiste, die nur mit stark reduzierter Geschwindigkeit befahren werden konnte.
Bei der Ortschaft Vittangi machte ich einen kurzen Halt, um stellvertretend für die 1'000 Seen, an denen ich heute vorbeigefahren war, einen typischen schwedischen See zu fotografieren:
![]() |
![]() |
![]() |
Zwischen Vittangi und der E10, die noch bis auf die Lofoten führt, gab es auf etwa 40 km eine komplett neu erstellte Strasse, auf der mein Playmobil mit 120 km fast geräuschlos rollte.
In Kiruna eingetroffen musste ich das Navigationsgerät nehmen, um zum Hotel zu finden. Es war zwar das gleiche Hotel, das ich schon vor einem Jahr und drei Tagen benützte, aber den Weg hätte ich nicht mehr auf Anhieb gefunden. Es ist sowieso schwierig, sich in Kiruna zu orientieren, da es keine Fixpunkte wie Berge und dergleichen gibt.
Es dürfte sich um das letzte Mal handeln, dass ich dieses Hotel bewohnen kann. In Kiruna wird in sehr grossem Stil Erz abgebaut, und nun muss das Stadtzentrum etwa 3 km östlich neu angelegt werden. Die örtliche Bergbaugesellschaft hätte sonst gelegentlich geschlossen werden müssen, und so entschied die Stadtregierung zugunsten des grössten Arbeitgebers und Steuerzahlers. Der Bahnhof wird bereits Ende August 2013 verlegt. Wie in Skandinavien üblich, findet man im Internet viel Blabla über die Gründe für die Verschiebung und den Abbruch des alten Bahnhofs, aber eine Karte mit dem neuen Standort sucht man vergebens.
Das nachfolgende Bild zeigt Kiruna aus der Luft. Links unten die Erzabbaugebiete. Die Bahn, die fast parallel zur gelb markierten E10 verläuft, wird bis in drei Jahren auf die andere Seite der Stadt verlegt.
![]() |
Kiruna besitzt eine interessante Kirche, die 1912 erbaut wurde. Sie wurde einst zum schönsten Gebäude in Schweden gewählt. Auch sie muss in die neue Stadt verschoben werden, d.h. zerlegt und neue aufgebaut werden.
![]() |
![]() |
![]() |
Zwischenzeitlich hatten sie die Wolken grösstenteils aufgelöst. Mit 16 Grad und etwas Wind war es recht erfrischend, aber für die Landesgegend und die Jahreszeit gerade richtig.
Die heutige Route zeigt den Verlauf durch drei Länder. Landschaftliche Highlights gab es eigentlich keine, ausser man ist vernarrt in die vielen kleinen Seen und in die sehr dünn besiedelte Landschaft.
![]() |














