
15. Reisetag
Freitag, 9. August 2013
Kiruna - Melbu
Wieso haben fast alle Hotels in Skandinavien nur dünne Vorhänge, so dass sich im Sommer das Hotelzimmer nicht richtig abdunkeln lässt? Es war etwa 02:30 Uhr, als mir die Sonne heute Morgen zum ersten Mal ins Gesicht schien. Immerhin war das ein gutes Zeichen, denn das Wetter schien heute gut zu werden.
Der Himmel war tatsächlich fast wolkenfrei, als ich mich entschied aufzustehen. Meine Strategie, die Regenfront, die über Tromsø und Alta hinwegzog, südlich zu umreisen, ging also auf und ich machte eine grosse Abkürzung.
Zunächst besichtigte ich noch ein wenig Kiruna und überlegte mir, wie wohl alle diese Gebäude in der neuen Stadt Kiruna neu aufgebaut werden. Das Rathaus soll genau gleich an einem neuen Ort erstellt werden, die alte Feuerwache soll zerlegt und im Ballenberg-Stil neu errichtet werden.
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Gerade an die Stadt grenzt der Berg Luossavaara, der mit Skiliften erschlossen ist. Im Sommer ist es möglich, die steile Naturstrasse mit dem Auto zu befahren, was ich dann mit meinem Elektroauto auch machte. Die Aussicht dort oben ist wirklich schön.
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Anfänglich ist die Landschaft eben und langweilig. Je näher man in Richtung Norwegen kommt, desto gebirgiger wird die Landschaft. Eingebettet in der Berglandschaft befindet sich der tiefblaue See Torneträsk. Abisko, Björkliden und Riksgränsen sind drei Ferienorte, hauptsächlich für den alpinen Wintersport, kurz vor der Grenze zu Norwegen. Von Björkliden hat man einen schönen Ausblick auf die Lapporten, einen prägnanten Gebirgssattel.
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Wenn man schon mal in der Gegend ist, dann macht man Halt, um die Züge der Erzbahn Kiruna-Narvik zu schauen (siehe auch 18. Reisetag der Norwegenreise 2012). Mehrere Bahnhöfe waren völlig ungeeignet fürs Fotografieren, so dass ich wie vor einem Jahr den Bahnhof Vassijaure aufsuchte. Dort stand gerade ein Leerzug von Narvik nach Kiruna mit der Doppellokomotive und den 62 Wagen. Da der Zug auf einen Gegenzug wartete, reichte die Zeit, um bis ganz an die Spitze zu laufen und den Zug bei der Wegfahrt zu fotografieren. Es folgten dann noch ein Güterzug, ein Personenzug, ein Erzzug nach Narvik und noch einmal ein Leerzug aus Narvik (innerhalb von 2 1/4 Stunden). Bei den ersten vier Zügen schien jedesmal die Sonne trotz einiger Quellwolken, beim fünften Zug hatte ich dann keine Sonne mehr.
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Eigentlich wollte ich noch einen Erzzug in Richtung Narvik in der Station Bjørnvikfjell fotografieren. Da in diesem Bahnhof ein neues Ausweichgleis gebaut wird, war nicht daran zu denken, hier Fotos zu machen. So fuhr ich weiter bis nach Narvik.
Man weiss wirklich nicht, wann wieder einmal ein Erzzug kommt, und so muss man halt einfach an einem Bahnhof warten. Wenn ein Signal grün leuchtet, wird früher oder später ein Zug kommen, aber das kann manchmal noch sehr lange dauern. In Narvik wartete ich fast eine ganze Stunde, bis endlich wieder einmal ein Erzzug kam.
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Die Strecke Narvik-Skarberget war eines der letzten Stücke der E6, die ich noch nie selber befahren hatte.
Unmittelbar bei Narvik überquert eine grosse Brücke den Beisfjord, dann sieht man schön auf Narvik und die Erzumladeanlage. Die Schiffe warten im Ofotfjord, bis sie an die Reihe kommen. Der Hafen von Narvik ist übrigens wegen des Golfstroms eisfrei im Gegensatz zum Bottnischen Meer. Etwas später folgte die Skjomenbrua, die Brücke über den Skjomenfjord. Weiter bis Skarberget folgte ein spannender Mix aus Bergen und Fjorden.
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Die Fährstrecke Skarberget-Bognes ist Bestandteil der E6 und fährt deshalb recht häufig. Ich konnte daher direkt auf die Fähre fahren, und diese legte unmittelbar darauf ab.
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Mit einer Übergangszeit von 5 Minuten wechselte ich in Bognes auf die Fähre nach Lødingen. Diese Fähre ist bekannt vom 4. Reisetag dieser Reise oder vom 21. Reisetag von 2012. Da ich von den andern Fährfahrten auf dieser Strecke genügend Bilder habe, insbesondere von der Reise vom letzten Jahr, war ich zurückhaltend beim Fotografieren.
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Ab Lødingen ging es dann nonstop nach Melbu am südlichen Ende der Vesteråleninseln. Dort konnte ich noch ein Zimmer zu einem zahlbaren Preis buchen. In diesen Tagen findet im Raum Bodø-Vesterålen-Lofoten ein grosses Velorennen statt ("The Arctic Race"), was vermutlich einen grossen Einfluss auf die Verfügbarkeit eines Zimmers hat. Wegen des Velorennens wird es zu Strassensperrungen kommen.
In den Bergen westlich von Lødingen hatte es noch recht viele Wolken, die sich nach und nach auflösten. Bei der Fahrt nach Melbu war es wunderbar, die Bergmassive des Festlands, der Lofoten und der Vesterålen in der Dämmerung zu sehen.
Das Hotel besetzte extra wegen mir die Reception länger als sonst. Ich buchte das Zimmer erst von der Fähre Skarberget-Bognes und gab als Bemerkung an, ich würde spät abends eintreffen. Als mich dann das Hotel anrief, fürchtete ich schon, mein Zimmer sei nicht frei. Der Grund für den Anruf war aber die Nachfrage nach meiner ungefähren Ankunftszeit.
Und das war die heutige Route:
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