16. Reisetag

Samstag, 10. August 2013

Melbu - Vesterålen kreuz und quer - Andenes

Für heute war eine Mischung aus Sonne und Wolken angesagt, und so wurde das Wetter auch. Gegen Süden war der Himmel den ganzen Tag fast wolkenlos, je weiter nördlich und westlich es ging, desto dichter waren die Wolken. Aber von Regen keine Spur.

Am Samstagmorgen ist es in Norwegen sehr ruhig. Daher gestattete sich die Reise von Melbu nach Stokmarknes auch völlig verkehrsfrei. Ab Stokmarknes befuhr ich die Nabenstrasse auf der Westseite der Insel Langøya, wo mir mehr oder weniger nur der Briefträger mit seinem Auto begegnete, dafür in übersetzter Geschwindigkeit. Immer wieder geniesst man den Blick auf die benachbarten Inseln.

Anschliessend stand der südwestliche Teil der Vesteråleninseln auf dem Programm. Da die Vesterålen landschaftlich nicht ganz in der Liga der Lofoten spielen, aber dennoch enorm reizvoll sind, hat es viel weniger Touristen, abgesehen von den Wohnmobilen, die überall herumstehen.

Die Strasse nach Nykvåg und Hovden der Nordatlantikküste entlang war holprig und schmal, dafür von der Landschaft her eine Reise wert. Bei Nykvåg tauchen die ersten Miniatur-Matterhörner im Meer auf, von denen es auf den Vesterålen noch ein paar weitere hat.

Die westlichste Insel der Vesterålen kann man umrunden, wobei die Strasse auf einem Teil ohne Asphalt ist.

Wegen des Velorennens "Arctic Race" waren die Zufahrtsstrassen ab Sortland gesperrt, so dass die äusseren Teile der Insel Langøya abgeschnitten waren. Dadurch gab es kaum Verkehr, und Fotohalte mehr oder weniger mitten auf der Strasse waren möglich. Auf dem Weg nach Myre hatte es ja einige landschaftliche Schönheiten, die einen Halt lohnenswert machten.

Myre ist ein etwas grösserer Ort mit Fischindustrie, Supermärkten und Tankstellen. Über letztere war ich besonders froh, weil der Zeiger der Benzinuhr immer näher in Richtung "R" wanderte. Schliesslich wollte ich noch an die nördlichste Spitze der Insel, nach Stø fahren.

Stø selber bietet nicht übermässig viel, ausser man möchte einen Campingplatz anschauen. In unmittelbarer Nähe, in Langenes, befindet sich die älteste Holzkirche Nordnorwegens. Wenige Meter daneben fotografierte ich einen Einfamilienhausneubau, der gut zeigt, wie alle diese zum Teil sehr grossen Holzhäuser gebaut werden. Die Seitenwände werden dann meist als Fertigelemente angeliefert.

Der Blick übers Meer in Richtung Insel Andøya zeigt am linken Rand weitere Bergspitzen im Wasser. Diese werden wir dann morgen aus der Nähe anschauen.

Als Hommage an die vielen Schafe auf und neben den Strassen (selbst auf der E6) ein paar Bilder von Schaf 20196 (links) und Schaf 30156 (rechts), die in ganz schöner Umgebung bei Myre weiden dürfen!

Die Schafe äusserten sich sehr begeistert darüber, dass sie bald auch schon auf dem Internet sein würden. Sie versprachen, meine Reiseberichte inskünftig auch zu lesen.

Da die Strassen alle wieder offen waren, steuerte ich in Richtung Sortland, wo eine weitere grosse Brücke über das Meer führt.

Auf den letzten 100 km bis Andenes gehörten die Strassen fast mir allein. Auf der Insel Hinnøya erstrahlten die Berge im letzten Abendlicht, während die langgezogene Insel Andøya von einer Wolkendecke überzogen war. Umso eindrücklicher war die Bergkulisse des Festlands am Horizont im Abendlicht.

In Andenes angelangt, bezog ich das Hotelzimmer. Zum ersten Mal hatte die Reservierung über booking.com nicht geklappt, aber da das Hotel sehr viele freie Zimmer hatte, war das kein Problem. Einzig der etwas kompliziert agierende Receptionist machte die Sache nicht einfacher.

Andenes ist ein hübscher Ort mit einiger Infrastruktur (Hotels, Supermärkten, Restaurants, Tankstellen etc.) und das eigentliche touristische Zentrum der Vesterålen. Die ganze Ortschft verfügt über eine topmoderne LED-Strassenbeleuchtung!

Eine weitere herausragende Beleuchtung ist der grosse Leuchtturm an der nördlichen Inselspitze. Trotz vorgerückter Stunde (ca. 21.30 Uhr) gab es noch Bilder im letzten Abendlicht, bis die Sonne so gegen 22 Uhr in den Wolken am Horizont verschwand.

Und hier noch eine Hommage an die Tausenden Möven, die mit ihrem Kreischen allgegenwärtig sind. Die Meermöven sind viel grösser als die Zürichseemöven, aber auch sie sch... im Flug und haben schon mehrfach mein Auto über Nacht dekoriert. Hier spielt eine Möve mit einem Handschuh in Andenes. Vorsorgen ist wichtig, denn der Winter wird kalt werden in Andenes!

Und hier die heutige Reiseroute: