
18. Reisetag
Montag, 12. August 2013
Svolvær
Heute stand ein autofreier Tag auf dem Programm, den ich ganz gut meisterte, ohne auf Entzugserscheinungen zu kommen. Da in den letzten Tagen vor allem das rechte Bein in Bewegung war und das linke Bein schon mit Muskelschwund drohte, musste ich etwas dagegen tun.
Das erste Ziel war die Hafeneinfahrt. Ich wollte schon mal Erkundigungen machen, ob es dort interessante Stellen für die Aufnahme der Hurtigrute heute Abend gab. Ein paar Schiffe, die an der winkenden Fischersfrau vorbeifuhren, waren eine Art Testlauf für den Abend.
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Mein zweites Ziel war der Tjeldbergtinden, ein Berg gerade bei Svolvær. Da anfänglich noch sehr viele Wolken da waren, verzögerte ich den Abmarsch, bis sich diese aufzulösen begannen. Es wurde immer sonniger, wenngleich in den hohen Bergen den ganzen Tag lang die Wolken hängen blieben. Die erste Etappe war der Berg Osan, der mit seinen 114 m schon eine herrliche Aussicht bot.
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Auf den nächsthöheren Berg waren einige zusätzliche Höhenmeter nötig, denn dieser misst 367 m auf seiner Spitze. Entsprechend steil war der Weg, und natürlich brannte die Sonne mit voller Stärke. Aber die 25 Minuten Krampf waren es wert. Wie vor etwa 12 Jahren, als ich im Winter einmal dort oben war (kann mir das angesichts des steilen Wegs gar nicht mehr vorstellen), trug ich mich im Gipfelbuch ein. Vor mir hatten sich zwei Kanadier eingetragen. Und nun konnte ich das Panorama von hier oben geniessen:
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Der steile Abstieg dauerte fast länger als der Aufstieg.
Anschliessend hatte ich ausreichend Zeit, mich nach der steilen Bergwanderung wieder frisch zu machen. Mein nächster Soll-Termin war ja die Ankunft der Hurtigrute, und da mein rekognoszierter Fotostandort ein Stück Fussmarsch benötigte, machte ich mich rechtzeitig auf den Weg.
Von weitem sah ich das grosse weiss-rot-schwarze Schiff kommen. Leider verdeckten Quellwolken die Sonne, als das Schiff in bester Fotoposition war, aber das Motorschiff Midnatsol (Mitternachtssonne) war trotz fehlender 18.30-Uhr-Sonne ein Genuss bei der Einfahrt in den Hafen.
Grösser dürfen die Hurtigrute-Schiffe nicht mehr werden, sonst haben sie in so engen Häfen wie Svolvær definitiv nicht mehr Platz. Das grosse Schiff verschwand hinter meinem Hotel.
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Zwei Stunden später setzte das Motorschiff Midnatsol seine Reise südwärts fort, während sich von Süden die norwärtsfahrende Hurtigrute näherte. Angesichts der Tageszeit durfte nicht mehr mit Sonne gerechnet werden. In der Ferne hörte man dann die Schiffshörner der sich kreuzenden Hurtigrute-Schiffe, und nach ein paar Minuten tauchte dann das erwartete Schiff auf. Es war das Schiff Nordlys, das ich bereits schon am 9. Reisetag in Honningsvåg angetroffen hatte.
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Die Weiterfahrt des Hurtigrute-Schiffs um 22 Uhr erlebte ich dann direkt vor dem Hotel. Es ist einfach unbeschreiblich, wenn das grosse Schiff im Hafen wendet und dann die schmale Hafeneinfahrt passiert. Viel grösser dürfen die Hurtigrute-Schiffe in Zukunft nicht mehr werden, sonst können dann einige Häfen nicht mehr bedient werden. Aber gerade die Grösse der Hurtigrute macht es aus. Es sind einigermassen grosse Schiffe, aber im Vergleich mit den riesigen Kreuzfahrtschiffen sind sie doch ein paar Schuhnummern kleiner. Ich werde auf jeden Fall die Hurtigrute-Schiffe in Zürich vermissen...
Zum Abschluss des Tages noch ein paar Möven-Bilder. Am Morgen um 3 Uhr bei Sonnenaufgang machten diese Vögel draussen einen derart wahnsinnigen Lärm, dass ich das Fenster schliessen musste. Dabei sehen die Möven, die es auch in bräunlichen Farbtönen gibt, so schweigsam aus.
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Die Karte mit der Reiseroute entfällt heute.


























