23. Reisetag

Samstag, 17. August 2013

Tärnaby - Trondheim

Das war wieder ein Tag! Zuerst in der Hölle, dann im Spital...

Der Wetterbericht irrte sich nicht, es regnete heute Morgen tatsächlich. Das hinterschwedische Nirwana machte einen gottvergessenen Eindruck, alles war grau. An und für sich war das kein grösseres Problem, weil heute bloss die Überfahrt nach Trondheim auf dem Programm stand und für ausführliche Fotohalte eigentlich gar keine Zeit zur Verfügung stand. Rund 425 km Strecke warteten noch auf mich.

Auf den schwedischen Strassen, die eigentlich besser sind als die norwegischen, hatte es teils Spurrinnen und teils grosse Pfützen mit Regenwasser. Es war nicht ganz ungefährlich, so zu fahren. Daher fuhr ich meist mitten auf der Strasse, soweit dies von der Sicht möglich war. Es kamen mir bis zur norwegischen Grenze nur 2 Autos entgegen.

Nach der Grenze, die aus einem Schild am Strassenrand bestand, liess der Regen bald nach, dann tauchten die ersten blauen Löcher am Himmel auf, und auf einmal waren die Strassen sogar trocken. Das machte das Fahren wesentlich einfacher. Zwischendurch gab es immer wieder mal kräftigen Regen, doch je südlicher ich war, desto sonniger wurde es. So kam ich sehr gut vorwärts, auch wenn es auf der E6 praktisch immer nur Kolonnenfahren gab.

Auf dem Rastplatz, wo ich vor 3 Wochen und 1 Tag Halt machte, um die Bedienungsanleitung meines Playmobils zu studieren, hielt ich wieder an. Während einer guten halben Stunde räumte ich alles im Auto zusammen und reinigte all das, was ich ohne weitere Hilfsmittel wie Staubsauger und Waschstrasse reinigen konnte. Es war recht schmutzig, die von Eurorent werden sich noch freuen.

Da ich noch genügend Zeit hatte, fuhr ich zur legendären Bahnstation Hell gerade beim Flughafen von Trondheim. Diese Station ist bei englischsprachigen Touristen sehr beliebt, weil "Hell" auf Englisch "Hölle" heisst. Darum ist diese Station auch sehr schön renoviert, inklusive der Güterschuppen, der seit seinem Bestehen mit "Hell - Gods Expedition" angeschrieben ist. Selbstverständlich werden dort längst keine Güter mehr für die Hölle umgeladen. Nach ein paar Minuten kam dann sogar ein Regionalzug von Steinkjer nach Trondheim, der an der Hölle angehalten hat. In den nächsten Jahren soll die Strecke bis Steinkjer elektrifiziert und als S-Bahn Trondheim mit Flirt-Zügen betrieben werden.

Darauf fuhr ich zum Flughafen und wollte meinen Mietwagen zurückgeben. Das Büro von Eurorent war geschlossen, auf der angegebenen Notfallnummer antwortete niemand. Also legte ich den Schlüssel in das mitgegebene Couvert und füllte alles aus, um alles zusammen dann in einen Briefkasten einzuwerfen. Eigentlich hätte ich mir die Abgabe etwas anders vorgestellt. Ich hoffe einfach, dass damit alles erledigt ist und ich das Kapitel abschliessen kann. Mit ein paar Bildern habe ich die Anzeigen auf dem Display und das parkierte Auto im Parkhaus dokumentiert.

Mein Playmobil hat mich 7713 km unfallfrei und pannenfrei transportiert. Als Entgelt durfte es für einmal die entlegensten Ecken Norwegens erfahren. Vielleicht war es auch zum ersten Mal am Nordkapp. Es war aber eine lahme Ente, wenn es bergauf ging. Mein Combo, der viel weniger PS hat, ist im Vergleich dazu eine Rakete auf Bergstrecken. Dank meiner akribischen Buchführung (und Sammlung aller Tankquittungen) errechnete ich einen Benzinverbrauch von 4.33 l auf 100 km. Das ist dank Hybridantrieb sicher weniger als mit einem normalen Benziner. Beigetragen hat sicher auch, dass ich weite Strecken so ökonomisch gefahren bin wie möglich, das heisst bergauf das Tempo gedrosselt, ausrollen lassen, nicht übermässig beschleunigt (ausser es war nötig). Autobahnstrecken gab es keine, aber auf den gut ausgebauten Landstrassen erreicht man immer wieder 120 km/h (obwohl nur 80 km/h zugelassen wären).

Ich habe mich dann also bei meinem Playmobil Toyota Auris Hybrid verabschiedet, für die pannenfreie Fahrt bedankt und den Schlüssel eingeworfen.

Mit einem vermutlich etwa 15 Tonnen schweren Bus als einziger Passagier wurde ich anschliessend nach Trondheim Downtown geführt. Die Flugbusse verkehren alle 10 Minuten, und jeder entgegenkommende Bus war leer. Wie da die Rechnung wohl aufgeht?

In Trondheim stellte ich fest, dass mein Hotel auf der anderen Seite des Nidelv (Fluss) liegt, was einen längeren Marsch erforderte. Wenig Freude hatte ich, als ich feststellte, dass es wieder einmal ein Spitalhotel ist. Es ist wohl mehr oder weniger ein normales Hotelzimmer, aber überall hat es Alarmknöpfe, die möglichst nicht gedrückt werden sollen. Am meisten störte mich, dass im Internet mehrfach das gratis WLAN erwähnt wurde, nun aber nur mit einem norwegischen Mobiltelefonabonnement funktioniert. Ausserdem wird das Morgenessen erst ab 8 Uhr serviert, für mich viel zu spät, weil mein Zug nach Oslo um 08.23 fährt.

Da ich Trondheim schon so oft besucht habe, verzichtete ich darauf, Fotos zu machen. Einzig ein Bild von der Brücke über den Nidelv zur Festung Christiansten sowie je ein Bild eines Trondheimer Busses und eines Vogelschwarms im Hafengebiet runden daher diesen Bericht ab. Im Hafengebiet wurde in den letzten Jahren wie verrückt gebaut. Neu entdeckte ich das Clarion Hotel mit Kongresshaus sowie mehrere Bürogebäude. Auch beim Bahnhof wird viel gebaut, so dass diese Ecke von Trondheim massiv gewonnen hat.

Siehe auch 14. Reisetag Norwegen 2012

Dies ist nun der letzte Kartenausschnitt. Morgen auf der Bahnfahrt nach Oslo wird wohl keine Aufzeichnung möglich sein.