13. Reisetag

Dienstag, 12. August 2014

Cairndow - Stalker Castle - Cairndow

Das Wetter hatte sich über Nacht nicht geändert, es blieb grau und nass. Sicher wäre es in dieser Fjordlandschaft herrlich gewesen bei prächtigem Wetter, aber es blieb mir nichts anderes übrig, als die Situation zu akzeptieren, wie sie ist, und das Beste daraus zu machen.

Am gleichen Fjord wie Cairndow liegt die Ortschaft Inveraray mit einem grossen Schloss, das ich einer Besichtigung unterzog. Gemäss meiner Statistik war dies nun das 22. Schloss auf dieser Reise.

15 Meilen nördlich von Inveraray erstreckt sich ein lang gezogener See, das Loch Awe, an dessen Ufer sich die Ruine des Kilchurn Castle befindet. Ich musste etwas suchen, bis ich dieses Schloss fand, da absolut gar nichts an der Hauptstrasse angeschrieben war. Doch der Besuch von Castle Nr. 23 kam dann zustande.

In der Nähe dieses Castles führt die Bahnlinie nach Oban durch, was mich bewog, die baldige Durchfahrt eines Zugs gleich noch abzuwarten. Offenbar hat der Verkehr in Richtung Oban in den letzten Jahren wieder zugenommen, jedenfalls wurde der Fahrplan ausgebaut.

Folgt man der Hauptstrasse A85, kommt man in der Ortschaft Connel zu einer Verzweigung. Die Hauptstrasse würde in wenigen Kilometern in Oban enden, die abzweigende A828 führt nordwärts nach Fort William. Gerade nach der Abzweigung überquert die A828 einen grossen Fachwerkviadukt, der über den Ausfluss des Loch Etive führt.

Rund zehn Autominuten nördlich fand ich auf der Karte ein weiteres Castle, das auf meiner Statistik die Nummer 24 einnahm. Beim Näherkommen stellte ich dann fest, dass es sich um eine private Residenz handelt und nicht ein öffentlich zugängliches Schloss ist. Gemäss einer Tafel werden im Barcaldine Castle "Luxury Bed and Breakfast" angeboten.

Das nächste Objekt war schon wieder ein Schloss, das Stalker Castle, etwa 20 Minuten weiter nordwärts auf der A828. Das Schloss befindet sich auf einer kleinen Insel in einem Fjord, der Loch Linhe genannt wird. Wenn man es nicht scheut, nasse und schmutzige Schuhe zu bekommen, kann man sich dem Schloss etwas nähern, ansonsten erblickt man es nur von relativ weit weg. Die Lichtverhältnisse waren nicht gerade günstig, und ein Loch in den Wolken, das für eine adäquate Beleuchtung des Schlosses hätte sorgen können, zog nicht in der richtigen Bahn.

Damit war mein Soll erfüllt - immerhin drei weitere Castles - und ich nahm die Rückfahrt nach Cairndow unter die Räder. Ich war fast allein auf der Strasse, musste unzählige Male riesig grossen Pfützen ausweichen und machte nur zwei Halte. Der erste Halt war bei einem kleinen Supermarkt im Niemandsland, der zweite bei der Bahnstation Lochawe.

Now the same procedure as every day: die Reiseroute!

Die kleine Geschichte zum Abschluss

Bei der Haltestelle Lochawe sah ich vom Kilchurn Castle aus einen Personenwagen der British Rail stehen. Ich nahm mir vor, auf der Rückfahrt dort schnell vorbeizuschauen. Es ging nämlich gerade auf, dass ein Fahrplanzug kam.

Als ich den auf einem separaten Gleisstück stehenden Wagen näher betrachtete, sah ich zwei strickende Frauen drin. Eine stand sofort auf und öffnete ein Fenster und sprach mich an. Sie kam dann hinaus und schilderte, wie sie jedes Jahr für die Ferienzeit diesen Wagen als Ferienhaus nutzen, und dass der Wagen schon seit den Fünfzigerjahren dort stehe. Es kämen immer wieder Eisenbahnfans vorbei, und allem Anschein an, mag sie diese. Sie hätte mich gleich noch zum Tee eingeladen, aber ich wollte nicht zu spät zum Hotel in Cairndow zurückfahren.

Als der Fahrplanzug dann kam, erklärte sie mir, nun würde gleich ihr Mann aussteigen. Effektiv hielt der Zug und einer stieg aus. Sie war dann ganz perplex, als ihr Mann den Bahnsteig in die ganz andere Richtung verliess.... Wie die Geschichte dann ausgegangen ist, weiss ich nicht. Dafür habe ich ein paar Bilder: